7OO n. Die Geschichte
wurden deshalb von ihren Zweifeln nicht geheilet;und der Vater des Thamus, der von seinem Soh-'ne öfters gehöret hatte, daß die Entdeckungen desBelusganz natürlich wären, konnte sich nicht ent-brechen, auf seinem Todtenbette sein Herz gegen sei-nen Sohn auszuschütten. Dieser vertrauet« als-dann seinem Vater sein beschlossenes Vorhaben, undder Vater verschied mit dem Troste, daß sein Sohnden Dienst der Sonne und ihrer Priester in mehre-res Ansehen bringen würde.
Nunmehro fieng Thamus an, sich die Ausfüh-rung seines großen Vorhabens angelegen seyn zulassen. Er setzte sich gar bald bey den Babylom'ernin große Hochachtung. Seine tugendhaftige undstrenge Lebensart, und sein liebreiches Bezeugen er-warb ihm eine allgemeine Liebe, und er befestigtesein Ansehen'vornehmlich dadurch, daß er den An-fang, die Dauer und das Ende der Sonnen- undMond-Finsternisse viel genauer vorher zu sagenwußte, als Belus, der bloß den Tag hatte bestim-men können, ohne die Stunde eben so genau zutreffen; indem alle Wissenschaften in ihrem erstenAnfange unvollkommen sind. Dasjenige aber, wo-durch sein Ansehen auf den höchsten Gipfel gesetzetwurde, war ein fürchterlicher Comet, der damalszu Babylonien und den umliegenden Ländern gese-hen wurde. Er stand unter dem Jupiter in demZeichen des Schützen, und sahe, wie ein großesfeuriges Rad aus. Mercurius Trismegistus hatdenselben ausführlich beschrieben, und Cäsius in sei-nem Verzeichnisse der Cometen setzet denselben in das