des Thamus. 701
Jahr i7Z2. vor Christi Geburt. Mein, ich seheaus meinem arabischen Manuscripte, daß er sichgeirret hat, und ihn einige Jahrhunderte zu spatrechnet, indem nach einer genauen Zeitrechnungseine Erscheinung auf das Jahr 1981. vor ChristiGeburt fallt. Dieser Comet seßete alles Volk inFurcht und Schrecken; und Thamus, der densel-ben durch seine unaufhörliche Beobachtungen desHimmels wahrgenommen hatte, als er noch denMenschen nicht besonders in die Augen fiel, der aberaus seinem Laufe und Annäherung auf seine künftigeGröße schloß, verkündigte denselben nicht nur vor-her als einen Bothen der erzürntenSsnne; sondernbediente sich auch der allgemeinen Furcht sehr ge-schickt , um dem Volke vorzustellen, wie groß derZorn der Sonne wäre, daß man allen übrigen Ge-stirnen so häufige Feste widmete; an diese große,wohlthätige und alles erquickende Gottheit aber jähr-lich nur zweymal gedächte. Er versprach jedochdurch sein Gebeth und Opfer so viel auszuwirken,daß dieser erschreckliche Böthe binnen einer gewissenZeit, die er nach dem Laufe des Cometen wahr-scheinlich errathen konnte, nicht mehr gesehen wer-den sollte; und da dieses eintraf; so wurde Tha-mus von allen Babyloniern fast angebethet.
Jedoch Thamus selbst glaubte, daß er sein An-sehen noch mehr befestigen müßte, ehe er mit seinenAbsichten herausrücken dürfte. Er bauete sich dem-nach in einem nahe bey Babel gelegenen Waldeeine künstliche Höhle, die verschiedene verborgeneGänge und Abtheilungen neben und untereinander
hatte.