Band 
[Erster Band]
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7oS ii. Die Geschichte

schlag, daß die Babylonier in der That den drittenTheil eines jeden Monats mit Feyertägen und folg-lich mit Müßiggänge zubrächten; und daß in denje.nigen Monaten, in welchen die großen Feste derSonnen einfielen, sogar die Hälfte des Monats mitFeyertägen versplittert würde. Er faßte also denEntschluß diese Feyertage zu vermindern. Alleinüber die Art und Weise, wie er die Sache angrei-fen sollte, konnte er gar nicht einig werden. Erwußte, daß das Volk solche als das Hauptwerkseiner Religion ansähe; er befürchtete, daß manihn einer schlechten Ehrerbiethung gegen die Ge-stirne beschuldigen würde; und er begriff, daß erdie Priester an dem empfindlichsten Orte angreifenwürde. Alle diese Umstände verursachten ihm vielUnruhe in seiner Seele. Er verschloß aber dieseunruhigen Gedanken in sich selbst. Er vertraueresich gegen niemand, und er hoffte noch, ein Mittelausfündig zu machen, wodurch er sein Vorhabenohne große Schwierigkeiten hinausführen könnte.

Unterdessen, da der König Belus auf Vermin-derung der Feyertage bedacht war; so hatte Tha-mus ganz entgegengesetzte Absichten, nämlich eineMenge neuer Feste einzuführen; und es dünkte ihmnunmehre Zeit zu seyn, mit dem Endzwecke seinerzeitherigen Anstalten herauszurücken. Er stand inso großem Ansehen, daß er weiter nichts nöthig zuhaben glaubte, als dem babylonischen Monarchendie Einführung seiner neuen Feste, als einen Befehlder Sonne, anzukündigen. Er begab sich demnachzu dem Könige Belus, und trug ihm in einer nach-

drück-