des Thamus. 709
Stande zu bringen, ohne daß er nöthig hätte, demVerlangen des Thamus zu willfahren. .
Der Oberpriester der Göttinn Beltha hieß Er,und war aus dem Geschlechte des Belus. Sämt-liche Priester der Beltha waren schon seit geraumerZeit auf das Betragen des Thamus aufmerksam;und es war gar nicht nach ihrem Geschmacke, daßer den Dienst der Sonnen in mehrere Aufnahmebringen wollte, weil sie daher vor ihr Ansehen undEinkünfte verschiedenes Nachtheil befürchteten.Sie konnten aber keine Mittel ausfündig machen,womit sie das Vorhaben des Thamus bestreuenkönnten; denn sein Ansehen war durch ihre Unacht-samkeit bereits zu hoch gewachsen. Der Oberprie-ster Er hörete also hoch auf, als ihm der KönigBelus von dem Ansinnen des Thamus Nachrichtgab, und dabey äußerte, daß man schwerlich ver-meiden könnte, dem Befehle der großen Sonne einGenüge zu leisten. Er antwortete dem Monar-chen, daß man zwar in die Glaubwürdigkeit desThamus keinen Zweifel sehte, daß man aber den-noch in einer so wichtigen Sache mit großer Ueber-legung und Vorsicht zu Werke gehen müßte. Wennes demnach der König vor gut befände; so wollteer die Göttinn Belcha und die Sonne selbst befra-gen , ob dieses Vorgeben des Thamus in der Thatihrem Willen gemäß wäre; denn Belus hätte dieAnweisung hinterlassen, wie ein zeitiger Oberprie-stcr in wichtigen Angelegenheiten die Götter zu Ra-the ziehen, und ihrer Antwort versichert seyn könnte.Der König erlaubte ihm dieses ganz gern, und derAy 2 Ober-