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712 II. Die Geschichte

zu thun. Hierdurch wurde dem Thamus alle Hoff-nung benommen, mit seinen Festen durchzudringen,weil man so gar die bereits gewöhnlichen jFeyertageverminderte ; und er setzte lächelnd hinzu, der Ober-priester sollte lnur die Göttinn Beltha darum befra-gen, er zweifle nicht, daß sie nicht einwilligen wer-de, weil sie daö babylonische Reich lieb habe, dessenWohlfahrt es also erfordere. Der Oberpriester,welcher die Gedanken des Königes ziemlich einsähe,hielt es vor rathsam, nachzugeben und versprach, dieGöttinn diese Nacht zu Rathe zu ziehen.

Diese Nacht wurde angewendet, um eine aberma-lige Versammlung der Priester anzustellen, und manhielt einmüthig davor, daß man sich dem Willendes Königes bey.so bedenklichen Umständen gemäßzu bezeigen hätte, um sich seines Schutzes und sei-ner Gewogenheit zu versichern. Denn folgendenMorgen erschien also der Oberpiester vor dem Kö-nige und die Göttinn Beltha hatte eingewilliget.Der König ließ so fort seine Ministers oder vertrau-ten Freunde zusammen berufen, und trug ihnen dasAnsinnen des Thamus vor, der aber von den Göt-tern vor einen Betrüger erkläret worden wäre. Erzeigte, daß die vielen Feyertage der Wohlfahrt desStaats nicht gemäß wären. Er wäre demnachWillens, einen Theil davon abzuschaffen und ein ewi-ges Gesetz zu machen, daß niemals neue Feste ein-geführet werden sollten. Der Staatsrath billigtein allem die Meynung des Monarchen; und es wur-den so fort die benöthigten Befehle ausgefertiget,die des folgenden Tages aufallm Straßen und Plä-tzen