Band 
[Erster Band]
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714 ». Die Geschichte

nem so großen Wunder zu unterhalten; da denn dieUrtheile bald vor, bald wider den ThamuS aus-fielen. Die Nacht machte in diesen Unruhen nureinen Stillestand. Den folgenden Tag waren aber-mals alle Srraßen mit Volk erfüllet, und der Auf-lauf wurde vermehret, als der vorhin gedachte kö-nigliche Befehl von Verminderung der Feyertägeauf allen Gasten und Plätzen publiciret wurde. DieUrtheile fielen davon gleichfalls verschiedentlich. Je-doch waren die meisten mit dieser Verminderungzuwieden, als sie von den Priestern der Beltha hö-reren, daß diese Verminderung dem Willen derGöt-tinn gemäß wäre.

Thamus, der sich nichts weniger, als eines sol-chen Ausganqes der Sache versehen hatte, war solange ganz ruhig geblieben, bis er von dem Wun-derder weinenden Beltha und den von ihrenPriesterndabey geführten Reden hörete. Alsdenn giengenihm die Augen auf, und er merkte, daß er mehrSchwierigkeiten finden würde, als er geglaubt hatte.Mit einbrechendem Abende ließ er seinen Bruder undeinige andere Anverwandten zu sich kommen; undman beschloß, das Bild der Sonne wegzuthun, undalle Höhlen und Gänge bis aufdieHaupthöhle zu ver-schütten. Dieses wurde auch diese Nacht in dasWerk gerichtet; und sein Bruder mußte den folgen-den Tag aste Priester der Sonne versammle», ih-nen die guten Absichten des Thamus eröffnen, undein genaues Bündniß mit ihnen errichten. Als desMorgens frühe viele Babylonier hinauskamen; sosahen sie mit Erstaunen, daß das Btldniß der Son-ne