7z6 m. Nachricht
forscher. Diese Flecken haben nicht die vollkom-mene Klarheit und Durchsichtigkeit eines Crystalls;sie kommen aber dem Crystall sehr nahe; nur daßsie ein klein wenig in das milchfarbigte fallen. Ichhabe dem Steinschleifer aufgegeben, darauf Achtungzuhaben, ob diese weißen Flecken mit dem übrigenCarneol eine gleiche Härte haben; und er hat michversichert, daß sie eben so hart waren. Selbst aberhabe ich keine Proben damit anstellen können. Esist anmerkungswürdig, daß diese weißen Flecken al-lemal in der Mitten sind , so daß der Kiesel von aus-sen hinein gemeiniglich eines halben Fingers breitdurchaus einfarbigten und reinen Carneol hat. Ichhabe auch angemerket, daß diejenigen Carneolkieselallemal solche weiße Flecken in sich haben, die aufihrer Oberfläche oder äußern Rinde hin und wiederVertiefungen zeigen, die wie Narben aussehen; denndie Carneolkiesel sind öfters äußerlich aufeine wunder-liche Art mitStrichen undVertiefungen oder Narbengezeichnet. Jedoch will ich dieses Kenzeichen eben nichtvor allgemein ausgeben: denn'meines Erachtens sindfünf oder sechs Beyspiele in den natürlichen Dingen ,besonders des unterirdischen Reiches, vielzuwenig, daßman allgemeine Säße darauf bauen kann.
Aus dieser Beschaffenheit vieler Carneolkiesel kannman verschiedene Schlüsse machen. Erstlich folgetdaraus, daß die zarte steinmachende Materie an sichselbst ohne Farbe ist, wenn man ihr nicht die weißeFarbe zugestehen will, die jedoch auch von fremdenUrsachen herrühren kann. Sodann erscheint dar-aus, daß die Steinmachung und die Färbung zweyverschiedene Arbeiten der Natur sind, die sie nichtallemal zugleich, und zu einer Zeit vornimmt. End-