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Leonard Meisters Characteristik deutscher Dichter : nach der Zeitordnung gereyhet / mit Bildnissen von Heinrich Pfenninger
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,, Meine Landschaften hatten nicht das Grosse,

,, das Edle, die Harmonie, noch zu zer- streutes Licht, keine rührende Hauptwürkung;

,, und also mußte ich jzt aufs Ganze denken.

,, Aus allem suchte ich jzt diejenigen Künstler aus,die in Absicht auf Ideen und Wahl und An- ordnung ihrer Gegenstände mir vorzüglich schie-

,, neu.-Das gröste Exempel, wie man

nachahmen soll, giebt Dietrich; seine Stücke,, in diesem Geschmake sind so, daß man glaubensollte, Everdingen habe sie gemacht, und sich selbst übertreffen. Swanefelds edle Gedan- ken, die mit so grosser Würkung ausgeführt sind, und die auf seine grossen Massen von Schat- ten einfallende Reflex - Lichter, Sal. Rosa küh- ne Wildheit, des Rubens Kühnheit in Wählung seiner Gegenstände. Diese und mehrere studirte ich in flüchtigen Entwürfen, jzt im Ganzen,

» da es mir jzt meist darum zu thun war, der. Einbildungskraft ihren wahren Schwung zu geben. Endlich studirte ich bloß und allein die,> beyden Poussin und den Claude Lorrain.Aber das war nicht genug, mir ihre Denkart^,» und ihre Ideen gänzlich bekannt zu machen. Ich legte sie beyseite, und wiederholte die Hauptzüge derselben aus dem Gedächtniß; aber ich ruheteauch da nicht; ich machte mehr flüchtige als» genaue Copien von ihren Landschaften. Es