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Leonard Meisters Characteristik deutscher Dichter : nach der Zeitordnung gereyhet / mit Bildnissen von Heinrich Pfenninger
Entstehung
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tt wird niemand fragen: Warum das? Ich kann sie ja in Kupferstichen haben. Gut, dann best;,, ich sie wohl, aber ich habe nichts für mein Stu-» dium gethan. So wird der Künstler eine im- mer merkwürdige Sammlung zusammenbringen;,, er hat fo nach dem Besten studirt, und sich zu,

gleich in den Besiz desselben gefezt.-So

lang es des Künstlers Hauptbeschäftigung ist,,, andrer Werke so genau als möglich nachzubilden,n so verliert oder schwächt er darüber die Kühn-» heil und den Schwung der Einbildungskraft, die zum Erfinden nöthig sind. Von dieser Furcht- samkeit suchte ich mich sorgfältig zu erholen; ich legte meine Originale weg, dachte auf eigne Ideen, und gab mir die schwersten Aufgaben,, auf. So fand ich, wie viel ich wieder gewon- neu harte; fühlte, was mir am leichtesten und vorzüglich gelang; beobachtete, welche Theile mir noch die meisten Schwierigkeiten machten, und bekam so die Anleitung, worauf ich vor- züglich wieder zu arbeiten hatte. Zugleich faßte ich neuen Muth, wenn ich fand, daß Schwie- rigkeiten wieder verschwunden waren, und ich mich besser aus der Sache gezogen hatte , als ich hofte; und zugleich gab ich so meiner Ein- bildungskraft Nahrung und Kühnheit. Bey dem allem hab ich mir zur Regel gernacht, immer mit dem versehen zu seyn, was zum