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„ Zeichnen nöthig ist, ich mag seyn, wo ich will,„ nicht allein auf Reffen unv Spaziergänger,,z, sondern auch zu Haus und in der Stadt. Man,, vergißt oft etwas, nur weil man zu nachlässig„ ist, von einem Zimmer ms andre zu gehn,„ um das Bcnöthigte zu holen. — Ein Gedanke,im ersten Feuer gedacht, wird auch im ersten„ Feuer am besten entworfen. —.
„ — Eine Beobachtung muß ich nicht vergeft„ sen, die ich aus eigener, vielfältiger Erfahrung„ weiß, wie sehr es nämlich den Muth erfrischt„ und wie oft es mich von neuem begeistert hat,„ wenn ich die Geschichte der Kunst und dcrKünst-
„ ler lese. --Noch einen wichtigen Rath muß
„ ich andringen : Die Dichtkunst ist die wahre„ Schwester der Mahlerkunst. Der Künstler un-terlasse nicht die besten Werke beb Dichter zu„ lesen ; sie werden seine Einbildungskraft mit den„ schönsten Bildern bereichern u. s. w.„
So weit Gcßners Schreiben im Auszug. Wenner hier die Poesie als Gehilfin der Mahlerey em-pfiehlt , so pflegt er sonst,- auch die Mahlerey, dieMusik und jede schöne Kunst als Gehilfin der Poesiezuemvfehlen.. Nicht ohne Bedeutung sind in dergriechischen Götterlehre die Musen durch schwester-liche Bande vereinigt. Noch so verschieden mögenStoff und Werkzeuge seyn, so ist das Schöne doch
immer