„O!" sagte Alisa, „jetzt merke ich, weher sich die Verbindung dieserbeiden Helden schreibt, die uns ein günstiger Wind aus Montevideo nachItalien zurückgeführt hat, um uns mit der Glückseligkeit und Eintrachtder südamerikanischen Republiken zu überraschen."
„Du bist boshaft! Bäschen," cntgegnete Lands; „aber Du wirst wi-derrufen, wenn Dir Mimo von den Wunderdingen erzählen wird, dieuns Lionello von diesem Kriegsgotte berichtet."
„Wirklich? Lande, Du machst mich neugierig. Bitte, Mimo, laßweiter hören."
Nun, entgegnete Mimo, es ist wahr, Lionello schildert uns Garibaldiund seine Heldenthaten mit den lebhaftesten Farben. „Er ist", sagt er,„ein Mann mittlerer Statur, von gedrungenem und starkem GlieLerbau,dabei aber muskulös und schnell wie der Löwe, der die Kraft mit derBehendigkeit, das Markige mit dem Schnellen, das glühende Auge mitdem ruhigen Blick, das wilde Naturell mit Großmuth vereinigt." Umihn noch mehr dem Löwen ähnlich zu zeigen, malt er ihn mit langem,blonden, über die Schultern wallenden Haare, mit röthlichem Barte, brei-ter Stirne, von einem Aeußern, das beim ersten Blick ernst und streng,genauer betrachtet aber offen, heiter und kühn ist, und Ehrfurcht, Ver-trauen und Sympathie abzwingt. Mit einem Wort, er ist so etwas wieein Alcibiades, der mit dem Schwerte die Barbaren bezwäng, mit derFeder die Triumphe und die Tapferkeit Griechenlands verherrlichte, mitdem Geiste philesophirte und mit seinem Herzen von Freiheitsliebe glühte.Leider aber wetteiferte Garibaldi mit Alcibiades in nichts Anderem, alsin Bezug aus sein glühendes, entschlossenes, eigensinniges, halsstarrigesund zügelloses Gemüth.
„Eigenschaften," sagte Don Baldassare, „welche einen wilden Sol-daten oder Banditen machen können. Aber Garibaldi, wie Alcibiades,hielt sich an jenen schlechten und verruchten Grundsatz: Wenn man nurseinen Zweck erreicht, so ist jedes Mittel gut und heilig."
In Wahrheit, versetzte Mimo, so erscheint Garibaldi mehr aus seinenThaten, als nach dem Urtheile Lionello's, der durch eine geheime undmächtige Sympathie, sowie durch große Aehnlichkeit des Characters sichaugenscheinlich von ihm angezogen fühlt. Er schildert ihn uns mit vielerBegeisterung erst als jungen Seemann in Nizza, der durch seine Kühn-heit und seinen unternehmenden Geist schon früh die Aufmerksamkeit derganzen Marine auf sich zieht, dann als Revolutionär und als Verbanntererst in Frankreich und dann in Afrika, später in Brasilien und endlichin Montevideo, wo Lionello zum ersten Male „den merkwürdigen Mann"