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Blicke in die römische Republik : oder Die freiwillig Verbannten und Lionello : Fortsetzung des "Juden von Verona" / Antonio Bresciani ; Nach der Civiltà cattolica deutsch bearbeitet
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die Augen zu streuen. Sein Gedanke ist umfassender, geheimer: so lange ^

von Rom nicht Papst und Christus losgerissen ist, wird das Capital nie ^

dem Quirinus gehören. Ist das Nest weggenommen, so findet die Taube ^

ihren Ruhepunkt nicht mehr; erst wenn der Baum des Kreuzes in seinen p

tiefsten Wurzeln ausgerissen ist aus dem Boden Roms, wird der Baum ^

der Freiheit ungefährdet grünen. Das ist das große mazzinistische Ge-heimniß ; alle anderen Thätigkeiten verfolgen dieses erste und höchste biet, t*

und weder Mazzini noch seine Gesellen werden je ruhen, bis sie an diesem D

Punkte anlangen. Garibaldi, der n.bst mir Mitwisser des großen Gc-heimnisses war, sagte mir:Lionello, um Mazzini's heilige Absichten zu ^fördern, muß ich versuchen, was ich 1833 that, als ich mich in die könig- iL

liche Marine Carl Alberts aufnehmen ließ, um insgeheim für die Demo- d"

kratie in derselben zu arbeiten. Jetzt müssen wir unsere Dienste demPapste anbieten, um den Brüdern den Weg nach Rom zu bahnen. H«Nimmt der Papst uns an, so sage ich Dir, daß wir unsere Sache gutmachen werden." Bald darauf, nämlich am 12. October, schrjeb Garibaldi ^

an Monfignore Bedini, den Jnternuntius zu Rio Janeiro, und erbot sich ^

im Namen seiner Gefährten, dem heiligen Bater seine Waffen und imNothfälle sein Blut zu weihen.

Der Jnternuntius antwortete ihm in allgemein gehaltenen Ausdrücken ""ssehr höflich, ohne übrigens aus seinen Vorschlag einzugehen. Dieser Brief Wschien dem Garibaldi nicht den Geschmack italienischer Freiheitsliebe zuhaben, wie die Schreiben, die ihm von feinen Brüdern tagtäglich zu-kamenDer Pfaffe," sagte er mir einst darüber,bleibt doch immer ein l»

Pfaffe: diese Leute streben nach derFreiheit der Kinder Gottes," und t»

wir nach der Freiheit der Kinder Italiens. Glaubt denn der Nuntius, iss

wir hätten Flügel, um über's Meer fliegen zu können? Nicht gute Worte, lm

sondern klingende Münze braucht der Verbannte, um über das Meer zu dt

segeln, und unsers Soldaten leben nicht von Stoßgebetlein, noch kleiden V

sie sich mit Ablässen. Geld brauchen wir, und werden es von den Brüdernerhalten." itd

Und in der That erwiesen sich alle Freunde italienischer Freiheit in «sAmerika so freigebig gegen uns, daß Garibaldi bald eine Phalanx vonmehr als hundert der allerkecksten und erprobtesten Tapfern um sich ik

sammeln konnte. Der Genuese Stephan Antonini steuerte allein über ß«

ZO.OllO Lire, und noch Andere thaten über ihre Kräfte; aber auch die dii

Kassen Jungitaliens waren nicht sparsam, und von Genua und Livorno

langten anständige Summen an. Mit diesem Gelde konnte Garib aldi di,

-seine Waffengefährten neu und gut kleiden, alles Wasfengeräth besorg en «