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Kurzer Begriff der Teutschen Reichsgeschichte / vom geheimen Justitzrath Pütter zu Göttingen zum Gebrauche in seinen Lehrstunden
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zr Mittl. Gesch. I) bis aufRud.I.

In Italien hatte um diese Zeit Berengar der II.den Thron bestiegen, und alles angewandt, rundesvorigen Königs sotharius (f9sO. Nov. 22.) hinter-lassene Wittwe, Adelheid, gebohrne Prinzessinn vonBurgund, zur Heirath mit seinem Sohne Adelbertzu zwingen. Schon im Schlosse Garda gefangen ge-halten, noch entronnen nach Canossa, aber auch hiervon neuem belagert, fand sie noch an Otto ihren Er-retter und zweyten Gemahl. Mit Berengarn ver-glich sich aber Otto noch dahin, daß derselbe von ihmzu Augsburg das Königreich Italien zu sehn empfan-gen sollte, nur mit Vorbehalt der Mark Verona undAquileja, welche Otto seinem Bruder Henrich an-vertraute.

Eben dieser Henrich fand in seinen BairischenAngelegenheiten durch Vermittelung der neuen Köni-ginn bey Otto mehr Gehör, als dessen Sohn ersterEhe sudolf, der als Herzog in Schwaben Gränzir-rungen mit Barern hatte. Da dieses Mißvergnügenin öffentliche Empörung ausbrach, verlohr sudolf dar-über das Herzogthum Schwaben, und sein Schwa-ger, Conrad von sothringen, auch sein Herzogthum.Das letztere übergab Otto seinem jüngern BruderBruno, Erzbischofe von Cölln, zur Verwaltung,der hernach zweyHerzoge, Gottfried in Niederlothrin-gen an der Maas und Friedrich in Oberlothringen ander Mosel, unter sich bekam. Auch die Ungarn bra-chen, durch diese Empörung gereizt, von neuem inBaiern ein, erlitten aber ( 9 ss. Aug. 12.) bey Augs-burg eine solche Niederlage, daß Teutschland seitdemvon dieser Seite Ruhe hatte.

Ueberhanpt wäre jetzt für dieAufnahme des Teut-schen Reichs eine glückliche Zeit gewesen, wenn Otto

nun