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Der Msrgm.
Aber ißt, da die Natur, in Lobgesängs verzücket,
Ihrem Schöpfer zujauchzet; da ihn die Hügel begrüßen,
Ihm die Wälder lobsingen, und alle Stimmen ihn feyrcn;
Jtzo schwiege der Mensch? ißt schwiege der Christ? O! der Schande!Unnatürliche Trägheit, die unvcrgeblicher wäre,
Als die Blindheit des Heiden, wenn er der Sonne geräuchert!
Und was seh ich? Viel taufende steigen von nächtlichen Lagern,
Nicht geschreckt vom Vorspiel des Todes, in welchem sie lagen,
Und undankbar für die Erweckn ng des Schöpfers zum Leben?
Ohne Gedanken taumeln sie hin zur rufenden Arbeit,
Ungerührt und stolz, und sind sich selbst ihre Götter.
Aber ich sch auch christliche Hände zum Himmel sich falten,
Und dankbare Knie vor dem Allmächtigen sich beugen.
Gott schaut gnädig herab; die Morgenopfer der Herzen
Sind ihm der sü ist sie Weihrauch, und füllen den jauchzenden Himmel.
Ganz von der Hoheit der feyerlichen Scene begeistert,
Sitze die Seele vertieft, und schaue vom waldichten BergeWeit in die lachende Landschaft dem Sonnenwagen entgegen.
Oder leite mich, Muse, zu jenem ehrwürdigen Haine,
Wo in hohen Gewölben von Laub, ein heiliges SchreckenMeine dankbare Seele mit frommen Gedanken umschauert.
Laß die ersten Stralen der Sonne die stammelnden SeufzerMit'dem heiligen Weihrauch des Morgens zum Himmel hinaufziehn.Hülflos lägest du da in einem ohnmächtigen Zustand —