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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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Der Morgen. iz

Es war Tod der Tod einer Nacht, in welchem du lägest.

O! wie deutlich mußtest du nicht die Wahrheit empfinden,

Daß von einer höheren Macht dein Leben gehangen!

Hast du selbst dich erweckt? Hast du die Augen geöffnet,

Die ein Anfang vom ewigen Schlafe fo mächtig geschlossen?

Konntest du deiner im Schlaf' ausschweifenden Seele gebieten,

Oder die wilde Phantasie in Schranken erhalten?

Und du siehst es, du bist erweckt durch eknTVunder erwecket;

Und du lobst nicht die Gottheit, die dir von neuem dein Leben,

Ein so großes Geschenk, auf Sonnenstralen, herabgiebt?

Doch mich dünkt, mich leitet die Andacht aufbrennenden FlügelnHoch in die Wolken, und läßt mich die Hälfte der Erde beschauen.

Welche Millionen mit aufgehabenen Händen

Seh ich? Völker an Völker, verschieden in Sprachen und Sitten;

Aber alle bemüht, am frühen Morgen den Schöpfer,

Der sie von neuen erweckt, mit schallenden Hymnen zu lobciwVon Pagoden, Moscheen, und Synagogen, und Kirchen,

Schallt die harmonische Cymbel, oder die tönende Glocke,

Mit der prachtgen Musik der Orgel vermischt, in die LiederSo viel taufend verschiedncr Sekten , die hierin» doch eins sind,

Einen großen Beherrscher der Geister und Welten zu preisen.

Welchen Namen ihm auch die menschliche Sprache gegeben.

Ewiger wahrer Gott l vor dem sich die Thronen und Mächte,

Und die Myriaden der Engel das Antlitz bedecken;

B 3 Laß