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Der Morgen.
Munterwiehcrnder Rosse zum steinernen Thorweg hinausziehn;Schlüpfet aus seinen Armen die holde Hausfrau zum Fenster,
Und sieht mit aufwallender Freude den glücklichen ReichthumIhrer zahlreichen Heerden. Mit scharfem häuslichen AugeUebersicht sie den Hof; ihr Blick ermuntert zur Arbeit.
Sie hält nicht für zu klein, die Mägde zum Fleiße zu treiben;
Sicht den Vorrach der Milch, und ordnet die Arbeit des Gartens;Oder ruft selbst auch der» Schaaren der weitumschweifenden Hüner.
Sie erkennen sogleich der schönen Wohlthäterinn Stimme,
Und verlassen das thauigte Gras, vom Hahne geführet;
Kommen aus Schemen und Ställen zurück, bis güldener RegenAus der zarten Hand sie begießk. Sie hacken die KörnerStillschmähend auf, und beißen neidisch auf Sperling' und Tauben,Welche sich unter sie mischen, und manches Korn ihnen stehlen.Aisdenn kehrt sie zurück, und wenn sie im süßesten SchlummerIhren Geliebten noch findet, beugt sie sich über sein Antlitz;
Hängt über ihm in stiller Entzückung, und schmelzender Freude,
Und küßt sanft ihnr die Wange, die auch im Schlummer ihr AnmuthLächelt; sie höhlt dann auf zärtlichen Armen den Erstling der Liebe,Ein aufblühendes Mädchen, das ihre Reizungsn träget.
Und die Güte des Herzens in halben Worten erst stammelt.
Schalkhaft legt sie sie hin zu ihrem schlummernden Vater,
Und rauscht hinter den Vorhang, die süße Scene zu fthen.
Das holdseeligc Kind schlingt seine schmeichelnden ArmeUm den Hals des Vaters, und weckt ihn mit Küssen und Plappern.Er erwacht, und sucht die Geliebte vergebens; dann drückt er
Cz
Seme