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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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78 Der Abend.

Alsdann drückt der glückliche Jüngling mit frohem EntzückenSeiner Schöne die Hand, und kennt nichts, was er beneidet.

Diese Freuden versprach sich auch einst der edle Lucindor,

Welcher aus fremden Landen nach seinem Vaterlands eilte,

Das ihm die junge Serena, in deren Fesseln er liebte,

Zu dem glücklichsten Lande durch ihren Aufenthalt machte.

Seins feurigen Rosse suchten die. sinkende SonneMuthig einzuhohlen, und wieherten durch die Gefilde,

Die itzt in herrlichster Anmuth dem liebenden Jünglinge lachten.

Welch eine Freude belebte die aufgeheiterten Minen,

Als er den Edekhof sah, den seine Serena bewohnte!

Prächtiger stieg er für ihn hervor aus dem grünenden Thals,

Als die Palläste von Welschland, und Frankreichs schimmernde Schlösser.Seine Phantasie erhob sich mit feurigen Schwingen;

Eilte begierig voraus, und drang in das Zimmer der Schöne.

Mit den zärtlichsten Freuden erschien sie der hoffenden Seele,

Wie sie nachlässig im Kanapee saß; in reizender Anmuth,

Ohne gezwungenem Putz, auch schön in dem häuslichen Kleide. .

Eine Marmorhand stützte das Haupt in mahlerischer Stellung,

Mit der andern hielt sie sein Bildniß, daö oft ihre LippenDurch die feurigsten Küsse der heimlichen Liebe verehrten.

Einige Seufzer; sein Name Lucindor, leise gemurmelt,

Drangen in sein lauschendes Ohr — So mahlte der JünglingIn den süßesten Träumen sich seines Mädchens Beschäftgung.

Eitle