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Die Schweizer im Dienste der holländisch- ostindischen Compagnie / Adolf Bürkli. Chronologische Aufzählung der für die schweizerische Artillerie wichtigeren Momente (1862-1875) / Hermann Bleuler
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allerdings, daß letzteres, wenn wir recht berichtet sind, noch auf Ceylon stand und hier der Uebertritt in englischenDienst zu einer Zeit geschah, zu welcher sich die holländischen Nationaltnippen noch mit den Engländern herumschlugen, also vor der Erstürmung von Colombo, der Hauptstadt Ceylon's und der damit verbundenen Unterwerfungder Insel. In Neuchatel beurtheilte man denn auch das Vorgefallene sehr ungünstig und es bedurfte in der Thatdes tapferen Benehmens des Regimentes Meuron unter englischer Fahne in dem bald darauf ausbrechenden Kriegegegen Mysore, um den Makel abzuwaschcn, der an seinem Namen haftete. Unter der Führung Wcllesley's, desnachherigen Herzogs von Wellington, theilte das Regiment Meuron mis den englischen Truppen die Ehre desgroßen Sieges von Hyderabad am 22. October 1798. Bei der Einnahme von Seringapalnam am 4. Mai 1799,die den mächtigen Beherrscher von Mysore, Tippn Saib um Thron und Leben brachte, war das Regiment voranbeim Sturme auf die Bresche und crndtete für seine Bravour vom englischen Heerführer verdientes Lob. Auchzur weiteren Ausbreitung der englischen Herrschaft in Indien trug das Regiment seinen Theil bei. Der Regimentschefstieg im englischen Dienst zum Rang eines Generallieutenants, nahm indessen vorgerückten Alters halber bald daraufseinen Abschied.

Während seines langen Aufenthaltes am Cap der guten Hoffnung hatte Meuron eine Menge naturge-schichtlicher Gegenstände gesammelt, insbesondere eine reiche Sammlung von Muscheln angelegt. Er schenkte dieselbeseiner Vaterstadt, sie bildete den Stamm des jetzigen werthvollen Museums von Neuchatel. Meuron starbkinderlos am 4. April 1806 in La Rochette bei Neuchatel im Alter von 68 Jahren.

Der Hauptmann Sandol-Roy war schon lange, bevor das Regiment Meuron in englischen Dienst übertrat,daraus ausgeschieden. Bei einem Avancement nach seinem Dafürhalten mit Unrecht Übergängen, hatte er seinenAustritt genommen und war unter die Nationaltruppen der Compagnie getreten. Zum Gouverneur einer derMolukken-Jnseln ernannt, deren mörderisches Clima mehrere seiner Vorgänger nach kurzer Zeit dahingerafft hatte,stand ihm auf eine dreijährige Amtsdauer hin die Beförderung zum Obersten als Lohn in Aussicht. De Sandolkam auf seinem Posten glücklich über die drei Jahre hinweg und vertauschte dann seinen Aufenthalt mit demjenigenin Batavia. Hier avancirte er rasch zum Generalmajor und wurde als solcher Oommanäant on vliok allereuropäischen Truppen in Holländisch-Ostindien.

In Folge der Staatsumwälzung im Mutterland anno 1795 traten auch für Java schwierige Zeiten ein.Eine starke Partei auf der Insel, mit welcher auch der Militär-Gouverneur, General Sandol, sympathisirte, warden Franzosen feindlich gesinnt. Obwohl das Mutterland ein Jahrzehnt hindurch seine Eristenz sehr verkümmertsah und schließlich ganz aus der Reihe der europäischen Staaten verschwand, in Folge seiner Einverleibung in'sfranzösische Kaiserreich, suchte jene Partei in der Hoffnung auf wiederkehrende bessere Tage, einerseits Java vonFrankreich unabhängig zu erhalten, anderseits den Angriff der Engländer abzuwehren, die um den Wechsel desJahrhunderts alle Meere beherrschten. -Nachdem sie sich, wie wir gehört haben, im Beginn des Krieges leichtenKaufes der wichtigen Capcolonie und anderer holländischer Besitzungen bemächtigt hatten, wagten sie später auchden Angriff auf Batavia. Jegliche Communication mit der Heimat war für die Holländer unterbrochen; bereitshatten sie eine gewaltige feindliche Flotte von der Insel aus in Sicht, und nicht lange ging es, so wurde dieLandung eines Truppcncorps und die Einnahme der Stadt von den Engländern versucht. Die holländische Garnisonaber unter Führung General Candol's wies den Angriff kräftig und mit empfindlichem Verlust für die Angreiferab. Zu verschiedenen Malen noch im Laufe der Zeit erneuerten die Engländer ihre Versuche, sich in den Besitzvon Batavia zu setzen, jedoch so lange die Colonie unter Sandol's militärischer Leitung stand, immer erfolglosund zu ihrem eigenen Nachtheil. Mit der kräftigen Abwehr der Engländer war der Kaiser Napoleon schon zufrieden,nicht aber damit, daß sich Java nicht nach dem Beispiele des Mutterlandes in's französische Reich einverleibenlassen wollte. Er verkannte keineswegs die Bedeutung Javas und wünschte gerade deßwegen einen ihm ganz ergebenenGouverneur dort zu wissen. Zu diesem Ende hin sandte der Kaiser den General Dändels nach Batavia um seinenZweck erreichen zu können. Dieser setzte sich hier unverweilt mit der französisch gesinnten Partei in Verbindung undversicherte sich der Mitwirkung einer Anzahl von Offizieren der Colonialarmee, welche eben dieser Partei angehörten. Hierauf