Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
340
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Z4O

xi.. Brief. Nachrichten

Fluß Arno.

Brücken.

Jährlicher

Kampf.

Jnstriptiv-

nen.

Der Arno sondert die Stadt in zween Theile, davon derjenige, worinnen der Domliegt, der größte und beste ist. Der Strom ist breit und ansehnlich, sein Einfluß in dieSee auch nur zwo Stunden von Pisa entfernet, dergestalt, daß diese Stadt vor andern Or-ten Italiens zur Handlung wohl gelegen wäre, sich vermuthlich auch darinnen würde erhal-ten haben, wenn die Florentiner nicht gleich anfänglich, da sie Meister wurden, ihrem In-teresse gemäß gehalten hätten, dieser überwundenen Republik die Kräfte, welche sie nach deralten Freyheit lüstern machen konnten, in etwas zu benehmen.

In der Stadt sind drey Brücken über den Arno, worunter die mittelste die schönsteund von Marmor aufgeführet ist. Das gemeine Volk der beyden Theile der Stadt hältjährlich einen Kampf auf derselben, wie zu Venedig auf der Brücke bey St. Barnaba zwi-schen den Castellani und Nicoloti sonst vorzufallen pflegete, und auf solchen Streit zielet dieInscription, welche an dem zweyten Pfeiler von der Brücke zu Pisa in folgenden Worten ein-gehalten ist:

km molesOlim lapiäe-lVix -etatem kerensdluiiL Marmorenknlcbrior 6c 6rmior ssntLimulnto Xl-rrtcVirtutis verL lfiecimenLsepe clatura.

An einem der ersten Pfeiler findet sich die Inscription:

I'LKOIXLXOO II.

IcknA. Ouce kltruriarPgcis ac ^ulliti«: ssuäioXlaAuanimitateLt clementiri incl^toVIII. iulirir rc-AnanteOrbe reliitutoXI. OOUX.

Auf einem andern Steine dieser Brücke liest man : ?ons anuorum curss, öc irreguic-ris agunrum pulilbus ciejeälus, nou iucliAnauti tärno repolnus; und noch auf einem andernstehen die Worte: Viator, por«e Aratus, lemits: com^enclium carzie, urbis nuper ciisjun-nuuc lociatL beneircio kruere. Was ein neuer Scribent von einem alten tägnseclucssuvor der Pforte nach Lucca meldet, hat keinen Grund, und findet man daselbst nichts, als einengroßen gegrabenen Canal, der bis an das Gebirge reichet, und den Weg nach Lucca eineZeitlang zur Seite hat.

Mcdicinischer Wegen des medicinischen Gartens ist noch mit wenigen zu erinnern, daß solcher naheGarten. bey der Kirche St. Stephan liege, und sehr groß sey. Außer der Menge der dahin gehö-rigen Pflanzen und Gewächse ist er auch mit verschiedenen Vexirwassern versehen. Beydem Eingänge finden sich verschiedene Theile und ein Gerippe von einem Wallfische aufge-hängt. Ueber der Thüre liest man die öfters im Garten höchstnökhige Regel: HW täcZusesso, nou ötiareus.

loitl.v, ?rokessor kotanices zu Pisa, dem lßiger Zeit die Aufsicht überdiesen Garten anvertrauet ist, hat im Jahre 172z zu Florenz in Folio einen Catalogum der

dar-