von des Großherzogs zu Florenz Hofstaate, Pallästen rc. Z57
^1. vum llcuti eNziem lcnlptor cie Marmore äucit, A.k. Iu uientem scrlocis venit, 6c gblftnuit. k.
Diese Jnscription hat der Kardinal Bembo gemacht, und die vier einzelnen Buchstabe^,so theils zu Anfange, theils am Ende der Zeilen geseHet sind, wollen sage»: Michael Luge-lus Luoliarota kecit.
Alis der Galerie geht man in verschiedene Zimmer, die mit Merkwürdigkeiten angefül-let sind. In dem ersten zeigen sich am'Ho zweyhundert und zwanzig Portraits der berühm-testen Maler, deren die meisten von den Künstlern selbst, welche vorgestellet worden, verfer-tiget sind. Jedes Bildniß ist in einem verguldeten Rahmen gefastet, und oben darüber derNamen geseHet. Albrecht Dürer hat sein Portrait im Jahre 1498 gemalt^ und mit subtilenBuchstaben darunter geschrieben:
Das mahlt ich nach meiner Gestalt,
Ich was sechs und zwanyig Jahr alt.
brannt, weswegen er seine Perrücke schief trug;es wahrte aber nicht lange, so wurde dieses beyder Armee eine starke Mode, und sogar etlichedeutsche Prinzen ließen sich entweder aus Schmei-chele») oder durch die Anzahl der andern verlei-ten, daß sie, ohne die geringste Ursache, ihre Per-rücken gleichfalls schief setzten.
(f) Der Gebrauch der Perrücken hat in derThat ein sehr großes Alterthum vor sich. DieGoitesgelehrten zu Löwen finden sie bey demPropheten Jesaias c. v. 17 sehr deutlich be-schrieben. Denn sie übersetzen die Worte desPropheten : vecglvghit Dominos verticem 6lia-ri„u 8ion, 6c Oominus crinem errum nuääbil',folgendermaßen: Der -Herr wird das Hauptder Töchter Sion kahl machen, und ihnenihre Perrücken wegnehmen. Diese Erklä-rung ist alt, und kann sich mit dem Ansehendes heiligen Paullinus schützen: Gott würdesie laßen kahl werden, weil sie ihre Röpfemir einer Menge fremder Haare vergrößert,in eznchnl. in lulian:
(chngue csput psilis cuimilatum crinibusnugent,
1'riile ßerent nnc!o vertice ccllvitium.
Aus eben dieser Schriftstelle sucht Rangon zubehaupten, daß die Erfindung der Perrückender vorwitzigen Neubegierde der Weiber zuzu-schreiben sey se ca^iü-nnent. c. 1 , n. ll:
Silpniitiriin primo teminis uütntniu hülle colli-ßc>, cleincie prsvo exemplo guo^ue viris. WettNmeine Neigung etwas entscheiden könnte, sowürde man diese Ehre dem Frauenzimmer
Py z Peter
herzlich gern gönnen. Der D-Thiers aber,der uns mit einer Geschichte der Perrücken be-schenket hat, beweiset das Gegentheil aus demZeugnisse desClearchus sx. ^ r » u x. Neipncck.I. ir, von den japigischen Männern: krimi L-
ciem sttriverunt, capiti ßslericuium 6c 66U-tiam comsni Leisptaverunt. ^ivius B. ri, c.
4 unterrichtet uns, daß Hannibal seiner Sicher-heit wegen Perrücken getragen habe, damit evbey den öfter» Abwechselungen den Nachstel-lungen feiner Feinde entgehe» möchte. Dirrömischen Perrückenmacher liebten sonderlichdie Haare der Deutschen:
hhinc tibi egptivos mittet Oermznia crinc« ;
Lulta tciumpllatse wunerc ßenti« eri».
O! guLin sirpc, coivs; sliguv »lirante, rubc'-
bis!
Lt äices: emta nunc egc> merce probor.
oviv. smor. l. I, elex. 14.Lstticz l'eutonicos scccnclit ipuma cspillo«,Lsptivis poteris cultior eile comis.
l. XlV, epiZr. r6.
.ürötos cle gentc commn tibi hesbia miii,
Vt tcires, gusnto 6t ttu» üava M3gis.
I. V, ep. 69.
Es wäre nicht zu wünschen, daß Propertiusaus seinem Grabe auferstehen, und unser heu-tiges Frauenzimmer sehen möchte, weil er ih-nen alles Unglück auf den Hals wünschenwürde B-z, EU.-;:
Uli lud tcrris iisnt msla wnlts puellre,
Wenlit» luas vcsiu rucpiz coiugs.
Portraits
berühmter
Maler.
Albrecht
Dürer.