358
Dellotus.
Statue des
Kardinals
Leopold.
Porzellan-
kammer.
Florentini-sche Arbeit.
Alterthümer.
Bernstein.
x^n. Brief. Nachrichten
Peter Bellotus hat eine güldene Kette um den Hals und ein Glas Wein in der Hand.Auf beydes zeiget er mit der andern Hand, und liest man dabey die Worte: blmc lülaritas.Vermuthlich hat ihn der Großherzog mit Weine und einer güldenen Kette beschenket, daberder Maler auf den Einfall gekommen, sich in solchem Aufzuge abzubilden. Unter dem Ge-mälde steht: ?etrus Lelloti die le iplum elkmAebst. ö>1ar. ikzg. Bey dieser Sammlungsetzet man billig aus, daß die Bildnisse ohne die geringste Ordnung unter einander hangen.Raphaelö Portrait fällt nicht sonderlich in die Augen, und scheint er noch sehr jung gewesenzu seyn, als er solches verfertiget hat. Ein besseres Ansehen haben Titiano, Giulio Romano,Andrea del Sarto, Sophonisbe Anguisciola, Rosalba Cariera (der man ein schöneres Ge-sicht gegeben, als sie wirklich hat), der Chevalier Kneller auf einem großen Stücke, und derJesuite Pozzi, der es in der Perspektive sehr weit gebracht hat. Unter den übrigen Malernfinden sich sechse, so den Namen Caracci geführet haben. Die Statue des Kardinals Leo-pold vonMedicis, welcher ein großer Beförderer der Wissenschaften und insbesondere derMalerey war, auch die meisten dieser itztgedachten Portraits angeschaffet hat, steht in derMitte des Zimmers. Sie ist aus weißem Marmor, und von dem berühmten BildhauerGiov. Battista Foggini verfertiget. Der Kardinal ist sitzend vorgestellt, und über ihmliest man: 8emper reökus, lemper iäem.
Der vorige englische Minister an dem florentinischen Hofe, Newton, hat folgendesDistichon darauf gemacht:
blic I^oopoläus gölmc llsttia non cjiAmor alter,blec lletit ulla prius nobiliore loco.
Nächst an dieses Zimmer stößt eine Kammer, so mit trefflichen und großen Porzellan-gefäßen ausgezieret ist. Man zeiget hier auch einige Werke aus kabbaZauro, einer sehrraren ägyptischen und der Farbe nach grünlichen Erde, deren sich auch die Alten zu bedienengewußt haben. Zwo sehr große hier befindliche Urnen aus ?ucaro clel Olle, einer sehr kost-baren Erde, sind aus Mexico gekommen. In eben dieser Kammer steht eine große Tafelvon kiece» r-ipportees oder florentinischer Arbeit, die Vogel, Bluhmen, Früchte und Laubwerkvortrefflich vorstellet. Sie ist nach der neuesten Art verfertiget, und haben fünfund zwan-zig Personen dreyzehn Jahre lang daran gearbeitet. Das ganze Werk ist so hart und fest,daß man mit einem eisernen Schlüssel darauf schlagen kann, ohne etwas daran zu verderben.
Auf der andern Seite der Galerie kömmt man in ein Gemach, worinnen eine weißeund meist durchsichtige Seule aus tälsbaliro Orientale zu sehen ist. Ihre Länge hält vierdraccia, und besteht sie aus einem einzigen Stücke, weswegen man sie sehr hoch schätzet.Man zeiget hier auch eine kleine LlümXram aus bronro, welche der größern (so in der Ga-lerie steht) völlig gleich kömmt, ausgenommen, daß die kleinere einen langen Schwanz hat.Sie ist gleichfalls aus dem Alterthume. Ferner finden sich hier vielerley lclola, Lampen, ein8iürnm, Vripos, eine Ooroira mnralis aus Metalle, genehete Portraite, das mit Oelfarbengemalte Bildniß des Poeten Dantis, ein großes Gemälde, auf I.apis L-sruli, das Brustbilddes Kardinals Bembo von mosaischer Arbeit, und vielerley alte Werke von kietre commeste,so zwar schön sind, der neuen florentinischen Arbeit aber jedoch lange nicht beykommen. Inder Mitte des Zimmers hängt ein großer und in viele Arme sich ausbreitender Leuchter ausBernstein, welchen ein Churfürst von Brandenburg nach Florenz geschenket hat; daher manauch viele Brustbilder von Prinzen und Fürstinnen aus dem Hause Bnmdenburg daraneingegraben findet.