von des Großherzogs zu Florenz Hofstaate, Pallasten rc. Z65
dergleichen Waare nicht allenthalben solche Käufer, wie sie erfodert, findet, so verhandelte er ihnendlich an den Herzog Regenten, der ihn für den König in Frankreich einhandelte, und wird derStein selbst anitzo insgemein k.e KeZont genennt. Pitt mußte viele aridere Juwelen nach derpariser Taxe an dem Kaufschilling annehmen; und weil auch gleich darauf die französischenBancozektel, so er für baares Geld bekommen, ehe er sich davon losmachen konnte, samt demmisst sippischen Actienhandel sielen: so rechnet man, daß er an statt der vielen Millionen fran-zösischer Livres, auf welche er gerechnet hatte, kaum dreymal hundert tausend Thaler für sei-nen Diamant erhalten. Wenn dem Berichte der orientalischen Reisebeschreibungen zutrauen ist, so ist in dem Schatze des großen Mogols ein Diamant, der zweihundert und neunund siebenzig neun-sechszehntheil Karat wiegt. Ehe er geschliffen worden, war seine Schwe-re von siebenhundert und drey und neunzig Karat.
Ein besonderer Schrank der Tribune ist mit sehr großen Schalen aus Oillallo cli Koc-ca, wie auch mit andern kostbaren Gefäßen aus Lazuli, Achat, Cornaline, Diaspro rc. ange-füllt. Ein Theil derselben ist in Gold gefastet und mit den besten Edelgesteine» besetzet.
Ferner zeiget sich allhier ein vortreffliches Kabinek oder Lwäiolo von vierzehn Seulenaus Lazulisteine, deren bot'es und cgpiwrmx von maßivem Golde mit Perlen und Türkiffengezieret sind. Den Raum zwischen den Seulen füllen goldene bog-relieks, und wo etwan zuvermuthen wäre, daß zur Befestigung des Werkes Nägel erfodert werden könnten, daselbstzeigen sich an statt der Nägelköpfe nichts anders als Topase, Smaragden, Sapphire, Rubi-nen, Balassi, Chrysolithe, Perlen und andere Edelgesteine. Den mittlern Platz des obernTheils nimmt eine unvergleichliche Perle ein, welche beynahe die Größe einer Wälschennußhak. Der nicht weit davon gefaffete Stein Aqu-r insring ist noch etwas größer, und ein To-pas kömmt an Umfange einer mittelmäßigen Tobacksdose bey. Man bemerket auch einenGranat von der Größe einer Wallnuß. So prächtig dieses Behältniß ist, so kostbar sindauch die Dinge, zu deren Verwahrung es dienet, indem man lauter ächte Edelgesteine ent-weder mit hol eingeschnittenen oder erhabenen Figuren darinnen antrifft. Jene werden ins-gemein (ieinlNL ImgAÜgte ck mcavo, oder pierre incavate, diese aber Lsminei oder 6emmsa rilevo genennt. Weil sie wegen ihrer Kleinigkeit leicht von Handen kommen könnten, sowird das innerste dieses Kabinets nicht anders, als nach vorher erlangter Erlaubniß desGroßherzogs gezeiget. Eben also wird es mit den Medaillen gehalten, welche an den Sei-ten der Tribune in zehn Kisten (deren sieben mit alten und drey mit neuen Medaillen odernumlE gefüllet sind ) aufgehoben werden. Beyderley Sammlungen stehen unter dem ge-lehrten Bianchi, welchem die ganze Tribune anvertrauet ist, und kann man, nach erhaltenerErlaubniß, unter seiner Anführung nicht nur alles in genauen Augenschein nehmen, sondernauch für eine Erkenntlichkeit ganze Wochen lang gründliche Erklärungen und Nachrichtenvon den merkwürdigsten Stücken einholen, bey welcher Gelegenheit die Schubladen, worin-nen die 8iAiIIo oder >ni,n,ni liegen, aus der Tribune in eines der benachbarten Zimmer, daman mehrere Bequemlichkeit und wenigere Distraction hat, gebracht werden. Eine guteHülfe in dieser Wissenschaft geben die zwey und sechszig alten ZemmL, welche vor dreyJahren aus den Kabinetten des Großherzogs, von dem Abbe ?etri Anäreini und demMar-chese Riccardi zu Florenz herausgegeben, und dem ersten Theile der Inicriptiomim amiqua-rum 8-ck.v mi angehängt worden sind r). Eine vollkommenere Nachricht sowohl von diesen
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r) Der ?itel des Werkes ist: Inlcriptionum tgnt in LtrurlT urdibus, ksrs ?riing,e3s comple-»ntigugrum 6rscc«rum öc kvmsnsruw, ex- cierir, gure bunt jllorenttX; cum nolis
AI«-
Krystalleneund anderekostbare Ge-fäße.
Kostbarer
Schrank.
oder
geschnittene
Edelgesteine.