z66 xn Brief. Nachrichten
als andern siorentinischen Merkwürdigkeiten hat man sich von dem weitläuftigen Werke, wo-mit eine Gesellschaft hiesiger Gelehrten beschäfftiget ist, zu versprechen. Es wird solches denTitel eines ^lulei l-luremini führen, und aus zehn Theilen in Folio bestehen. Der ersteund andere begreifen die Zemmris; der dritte die marmornen Statuen; der vierte die Brust-bilder der Kaiser und anderer berühmten Leute; der fünfte die Alterthümer aus bronro; dersechste, siebente und achte die Medaillen; der neunte und zehnte die Portraits der berühmtenMaler, welche man in der zur Galerie gehörigen Sammlung findet. Jeder Theil wird we-nigstens hundert Kupferplatten haben: und hoffet man das Werk (so in allen etwan vierzigLouis d'or kosten wird) innerhalb zehn bis zwölf Jahren völlig aus der Presse zu haben.Die Aufsicht darüber ist dem gelehrten Antonio Francisco Gori anvertrauet, welcher dasWerk mit Anmerkungen zu erläutern versprochen hat.
Um aber nur etwas weniges allhier von den Zemmis zu erwähnen, so machen die8iZlI-I-, gmigua iiiciüi, auf welchen Köpfe von Kaisern und Kaiserinnen befindlich sind, achtzigDrey außer- Stücke aus. Das rareste darunter ist der Kopf Hadrians. Nach selbigem schätzet man dieordentliche Plotina, die Marciana und die Matidia sehr hoch. Etliche nennen diese Personen parFrauen. excellence die drey Frauen, und war die erste des Kaiser Trajans Gemahlinn, die andereseine Schwester, und die dritte dieser Schwester Tochter. Von den ersten beyden meldetplinius als etwas außerordentliches, daß sie bey gleichem Glücke und Ehren lange Jahre ineinem Hause ohne Neid und Zank beysammen gelebet haben L).
Von Köpfen der Könige und Kriegeshelden sind zwey und vierzig antique Stücke vor-handen , worunter Perseuö, Massinissa und Cleopatra für die raresten gehalten werden.Die letzte geinma ist besonders schön. Alexander der große und Pyrrhus sind gleichfallsin dieser Sammlung begriffen.
Fernerzeiget man bey vierzigIntgZIl von Masken, nebst acht und zwanzig Philosophenund Poeten. Von holgcschnittenen Bildnissen der heidnischen Gottheiten sind beynahe hun-dert Stücke beysammen, und zwar (wie die vorhergehenden ) alle auö dem Alterthume. Ju-piter, Serapiö, Neptun, die Psyche und ein Augur sind die raresten darunter; Serapis undApollo aber die schönsten. Hierauf folgen fünfzehn sehr große antique Stücke, unter welchendie Jole auf einem Chrysolithe wegen des Steins die kostbarste ist. RomuluS in Carniol, undHerkules in einem Amethyste, sind wegen ihrer schönen Arbeit hoch zu achten. In Ansehungder Größe ist die Pallas auf einem Chalcedon, der die Größe einer mittelmäßigen Tobacks-dofe hat, die besonderste. Apollo und Mars stehen auf den zwo unterschiedenen Seiten einesdurchsichtigen Sardonyx. Die Seite des Steins, welche Mars einnimmt, ist erhaben undweiß. Es sind von dergleichen und andern gemmis noch mehrere vorhanden, und werdensie bey allen Gelegenheiten, wo man was außerordentlich gutes erhandeln kann, vermehret;sie sind aber noch nicht alle in die gehörige Ordnung gebracht.
Nach den LeinnUs veorum folgen die mythologischen, historischen und andere 8iAÜla,so eine Anzahl von tausend ausmachen. Unter denselben finden sich viele von HerkulesThaten; ein rares Stück, so den Bellerophon abbildet, wie er eine Chimära umbringt; ei-ne andere rare Aeiuma, auf welcher die öacclignglla mit trefflicher Arbeit vorgestellet sind;und die mitten im Loäiaco stehende Sonne, um welche ein von Natur im Steine sich befin-
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