Band 
[Erste Abtheilung.]
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und andern geistlichen Gebäuden der Stadt Florenz. 379

Sohne verrichten wollen, vorgestellt. Die Höhe dieses Thurmes soll von hundert und vier undvierzig dracciii seyn.

Der Cathedralkirche gegenüber ist das Hsttilierin, oder die Kirche <li 8. Oiovnnni, n kgtMcrio.welche vor alten Zeiten ein ck'emplmn Xl-nlis gewesen seyn soll. Sie ist achteckig und mit Mvergleich-drey Thüren von bronro versehen, welche ehemals verguldet gewesen, und init ihren dos- jiche Thürenrollet verschiedene Geschichte des alten und neuen Bundes so unvergleichlich ausdrücken, daß aus Metalle.Michael Angelo sich nicht enthalten können, aus Verwunderung zu sagen, diese Thüren ver-dienten, daß sie vor dem Paradiese gestanden waren. Die älteste unter denselben ist vonAndrea Pisano, wie man aus den daran befindlichen Worten sieht: ^mireIz Vgolini ciekill« me teert iMlia I ZZO. Die andern zwo, welche die künstlichsten und besten sind, hatLorenz Ghiberti ein florentinischer Bildhauer und Goldschmied verfertiget, und liest manunter der einen davon: Uguremii Liouis cie Llubertis mirs arte kabricatum. Sein Sohlt

Bonacorsa hat die tettons und das Laubwerk vollendet. Alle drey scheinen zur Nachah-mung der Pforte am pisanischen Dome gemacht zu seyn, übertreffen diese aber um ein großes.

Ueber dem Haupteingange stellen drey marmorne Statuen, so vom Sansovino ange-fangen und vomVincenzo Danti vollendet worden, die Taufe Christi vor. Vom letztge-dachten Meister sind die drey metallene Statuen, welche über der andern Thüre die Ent-hauptung Johannis des Täufers abbilden. Giovanni Francesco Rustici hat über der drit-ten Pforte Johannis des Täufers Unterredung mit einem Pharisäer und Schriftgelehrtengleichfalls in drey Statuen von Kronxo ausgedrückt. Vor dem Haupteingange ist noch ei-ne Seule aus Granit zu bemerken, welche von den Pisanern der Stadt Florenz geschenketworden. In der Kirche zeigen sich sechszehn große Seulen von 6mmto Orienwli und das Grab^oban-Grabmaal Balthasar Costa, oder (wie er im Epitaphio genennet wird) solis-mis XXIII. „isde^dreywelchen das Concilium zu Costniz seiner päbstlichen Würde entsetzet hat. Seilt am Monu- und zwanzig-mente befindliches metallenes Bildniß, wie auch die marmornen Statuen der Liebe und Hoff- sten.nung, sind vom Donatello, der Glaube aber vom Michclozzi. Donatello bekam für seineArbeit tausend kiorim oder Gulden, welches damals eine ansehnliche Summe Geldes war.

Das ganze Gewölbe dieser Kirche ist vom Apollonio einem Griechen, Andrea Taffi, Alte mosai-Gaddo Gaddi und andern, mit mosaischer Arbeit, die Personen vorstellet, gezieret. Es wer- sihe Arbeit,den allhier alle Kinder, so von christlichen Aeltern in der Stadt Florenz gezeuget und geboh-ren sind, getaufet. Der Taufstein ist groß, von vielerley schönem Marmor und guterBildhauerarbeik. Absonderlich verdienet die vor demselben stehende und vom Giuseppe Pie-moncani aus Marmor verfertigte Statue Johannis des Täufers bemerket zu werden. Der Estrich.Fußboden der Kirche ist aus kleinen Steinen zusammen gesetzt, und zeiget sich auf der einenSeite desselben die mit den zwölf Zeichen des Zodiaci umgebene Sonne, nebst folgenden Wor- ^ken, deren Buchstaben man auch rückwärts lesen kann:

Tn Airo torte 8oI oiclos, et rotor lAne.

Durch ein gegenüber befindliches Fenster soll die Sonne am St. Johannestage gera-de auf den Mittelpunct der aus der Erde abgebildeten Sonne fallen.

Unter den Reliquien dieser Kirche verehret man mit großer Hochachtung den Finger, Reliquien,womit Johannes der Täufer auf den Heiland der Welt gedeutet" hat.

Nicht weit vom Lattilleeio, wenn man durch die eortn clall Opern hinaus geht, fin- Denkmaaldet sich eine Seule, welche im Jahre iqcg soll aufgerichtet worden seyn zum Andenken des eines sonder-Wunderwerks, welches der Leichnam des fiorentini'schen Bischofs St. Zenobii, als er aus baren Wun-der Kirche St. Laurentii nach dem Dome gebracht wurde, gewirket. Denn als die Tob-

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