und Hofstaate rc.
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Untenher liest man:
Sarolo krinc. Vallim
chlat. clie ultlina
A. xiOccxx.
Er fährt g-meiniglich mit drey Kutschen aus, und mag sein ganzer Hofstaat ohnge- Des Praten-fähr in vierzig Personen bestehen. Neulich nahm er sich in der Opera einige Gewalt her- denkenaus, indem er rief, es sollte eine Arie, die ihm und andern wohlgesiel, noch einmal gesun- schlechtesAn-gen werden. Man besann sich zwar anfänglich ein wenig, lebte ihm aber doch endlich zu sehenzuRom-Gefallen. Dieses ist das einzige mal, daß er ein Zeichen einiger Autorität allhier von sich *
gegeben, und ist diese Gewalt noch dazu von solcher Art, daß ein halb Duzend Zuhörer mitihrem Händeklatschen sich auf gleiche Weise gehorchen machen können. Wenn er in eineAssemblee kömmt, steht kein protestantischer Engländervor ihm auf, und selbst die römisch-katholischen machen schlechte Complimente mit ihm. Niemand hgt einige Hochachtung fürihn wegen seines niederträchtigen Gemüthes und der unordentlichen Lebensart mit Frauens-personen, denen er sehr ergeben ist.
Die Gemahlinn ist nicht schön, sondern blaß und mager; ihre vielen unglücklichen Wo- Charakterchenbette haben sie sehr kränklich gemacht, und kömmt sie wenig aus ihrem Hause, wo sie seiner Ge-rücht etwan ihrer Andacht willen in Klöster zu fahren hat. Ihren Bedienten giebt sie we- mahlinn.der Silber noch Gold auf die Liberey, und dieses alles aus so genannter Frömmigkeit, aufwelche sie theils wegen ihres kränklichen Zustandes »-), theils wegen des wunderlichen Ko-pfes, Eifersucht, Untreue und anderer Übeln Aufführung ihres Mannes gegen sie gerathenist. Die aus dieser letzten Quelle entsprungene Eifersucht machte, daß sie auf eine Zeitlangins Kloster grenz §). Er, um nach seiner Neigung desto freyer zu leben, wandte sich nachBologna. Der päpstlichen Kammer aber stund diese doppelte Haushaltung nicht a«, daher sieihn durch Zurückhaltung seiner Pension zwang, endlich nach Rom wieder zu kehren, und sichmir der Gemahlinn auszusöhnen. Dieses ist jedoch nur ein Scheinfriede, weil er bey seiner aAßWschlechten Lebensart bleibt, und sie ihn allzuwohl kennet, um daß sie eine aufrichtige Freund- ^den engli-^scherst wiederum gegen ihn fassen könnte. Herr v. S. der als ein Antiquarius mit dem Ti- Den Hof be-tel eines polnischen Raths hier lebet, führt schon lange Zeit her die Correspoudenz mit den treffen,königlich englischen Ministern, hat auf die Ausführung des Prätendenten und seiner Anhän- Aufführungger, ein wachsames Auge, wesfalls er, wie leicht zu erachten, von ihnen aufs äußerste gehastet ^ Hrmwird. So lange der Prätendent in Bologna sich aufhielt, hatte e. wenig zu berichten: undweil man seiner auf diese Art entrathen konnte, so sing die englische B.ssldung an auszublei-ben , bis die Zurückkunft des Prätendenten ihm Gelegenheit gab, diesen Zufluß der zeitlichenNahrung wieder zu verdienen. Weil nun auch der Eigennutz und die Noth den Präten-denten bewog nach Rom zurück zu kehren, so nahm jemand daher Gelegenheit zu sagen,man könne sich keine genauere Freundschaft einbilden, als die zwischen dem v. S. und demPrätendenten sey, weil keiner ohne den andern leben könne. Der König von England istin Rom sehr gefürchtet, und weis man, daß er vermittelst seiner mächtigen Flotten langeArme habe. S. stellt eine ansehnliche Person vor, und hat sich auch dadurch fürchten ge-
Nnn z macht,
Besagte Hoffnung und Freude der Römer wahr- 7) Diese Prinzeßinn starb den men Jan. 17;;.te nicht lange, wie hoffentlich mit allen solchen O Die Madame Hape, bey deren Gelegen-
misgünstigen Wünschen auch in künftigen Zeiten heic die Sache in öffentliche Uneinigkeit aus-geschehen wird. brach, lebt itzt in Pisa.