Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
544
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544 Brief- Von der St. Peterskirche, dem Vaticanis. Pallaste,

Andere Ge-mälde.

Grab desKardinals deMonte.Kapelle andem Orte woPetrus ge-kreuzigetworden-

Bekehrung Pauli von Georgio Vasari d'Arezzo sind noch andere merkwürdige Gemälde inder Kirche, nebst etlichen schönen Begräbnissen, worunter sonderlich das Monument desKardinals de Monte zu sehen ist.

In dem Hofe des Klosters hat Philippus der dritte, Köni'g in Spanien eine schönerunde und hohe Kapelle von sechszehn alten Seulen aus örsiüto Orientale aufführen las-sen, unter welcher noch ein anderes Gewölbe ist, woselbst man ein Loch in einem Steine sieht,als das Wahrzeichen des Platzes, worauf das Kreuz gestanden, so zu Petri Märtyrertodedienen müssen. Es ist über dieses Loch anitzo ein metallenes Gitter gemacht, und brennetbeständig eine Lampe dabey.

Den Anfang zu diesem Kapellenbaue haben schon kerüinanäus kex l^ilpsniarum <kI^elissbetbg Kevins Lstbolici (wie sie in einer dabey befindlichen Jnscription von 1522 ge-nennet werden) gemacht unter Veranstaltung des Baumeisters Bramanke. Unterdessen be-hauptet L urnLiv s und andere Scribenten, daß Petrus nicht hier, sondern auf dem Platze,wo die Vatikanische St. Peterskirche steht, den Märtyrertod erlitten habe.

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Fünfzigstes Schreiben.

Fortsetzung der vorhergehenden Relation von den geistlichen Ge-bäuden und päbstlichen Pallaste» in Rom, was insbesondere die Peterskirche,den Vaticanischen Pallast und das Castell von St. Angeld

anlanget.

8. pictro ln ^Sch komme nun zu 5 . kietro in Vaticauo, welche wegen ihrer Größe und Schönheit dieVancsno. ^ Hauptkirche nicht nur von Rom und Italien, sondern auch von der ganzen Welt ge-Kostbarkeit nennet zu werden verdienet. Es kann dieselbe zur erstaunenswürdigen Probe dienen,

dieser Kirche, wieweit in zweyen Jahrhunderten die täglich sich erneurende Begierde den Gottesdienst un-sern Sinnen angenehm zu machen, es in einer Religion, die ohnedem mehr als zu viel aufdas Aeußerliche verfallen, bringen könne. Der jüngere Chev. Lonkana mit dem VornamenCaroli macht in seinem von dieser Kirche herausgegebenen Werke eine Rechnung, nachwelcher sie schon zu seiner Zeit, das ist, schon vor vierzig Jahren, über achtzig MillionenScucli Kommii gekostet hatte. Sie kann aber auch mit zur Probe dienen, wie gefährliches in allen Dingen sey, den Bogen zu hoch zu spannen, indem die unumschränkte Begierdedes Pabsis Leonis des zehnten den prächtigen Bau dieser Kirche mir Gewalt fortzusetzen, zuden allzuplumpen Misbräuchen des Ablaßkrams Gelegenheit gab, wozu vernünftige Leuteunmöglich länger stillschweigen konnten. Was desfalls zwischen Tezel und Luther vorge-fallen, und wohin endlich die Sache zum größten Nachtheile des päbstlichen Stuhls gediehen,ist bekannt genug.

Namen ihrer Konstantin der große soll an diesem Orte schon eine Kirche gebauet, und selbst zwölfBaumeister. voll Erde mit dazu getragen haben, es ist aber solche in großen Verfall gerathen, bisJulius der zweyte den itzigen Bau unter dem berühmten Baumeister Bramante Lazari an-gefangen, welche hernach unter Raphaele d'Urbino, Giuliano Sangallo, Fra Giocondo Ve-

rone-