Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
893
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von Loreto. 89Z

Die Steine dieses koretanischen Mauerwerkes sind offenbar Backsteine von ungleicherGröße, obgleich die römischkatholischen Scribenten gern einen ganz unbekannten Stein dar-aus machen wollen. Sie sind zwar nicht in der genauesten Ordnung zusammengefüget; un-terdessen aber würde es doch viele Mühe und Gefahr kosten, wenn man aus Andacht oderNeugierigkeit etwas davon mitzunehmen suchte, weil der Kalk (womitsie verbunden find)wie bey allen alten Gebäuden zu spüren, sehr harr und schwer abzubringen ist. ' An der Deckedes Gewölbes ist die Himmelfahrt Maria gemalet, wovon aber wegen des Dampfes, dersich von den vielen stets brennenden Lampen darüber angesetzet, fast nichts mehr zu erken-nen ist.

Auf der Lala 8auta steht ein kleiner Thurm, von welchem die Römischkatholischen nicht Kleinerleugnen können, daß er erst von den Christen darauf musst gesetzet worden seyn, weil gar Thurm,nicht wahrscheinlich ist, daß die h. Maria auf ihrer kleinen und unansehnlichen Wohnung ei-nen solchen Thurm sollte gehabt haben. Die darinnen ausgehängten zwo kleinen Glockenwerden nur bey schwerem'Donner und Blitze gelautet, in dem festen Vertrauen, daß dadurchalles-gefährliche Gewitter zertheilet werde.

In dem heiligen Hause ist ein schmaler Platz, der als das Allerheiligste dieser Kapelle Das Aller»angesehen werden kann, von dem übrigen Platze mit einem silbernen Gitterwerke und ftlber- heiligste,nen Thüren abgesondert, und soll in demselben die h. Mario sich befunden haben, als der En-gel Gabriel aus Gottes Befehl zu ihr gekommen. Die silbernen Gitter sind vom KardinalPortocarrero, die Thüren aber vom Kardinal Magalokki hieher verehret worden. Mariabethete damals in dieser Zelle in der Gegend, wo anitzt lste Seite des Evangelii an dem dar- Platz, wo -erinnen befindlichen Altare ist, rechter Hand des Kamines, woselbst nuft ein Fußschemel zum Ga- ^knieen steht. Der Engel befand sich gegenüber in dem Winkel/ der rechter Hand des Fen- ^ ^ ^sters auf der Abendseite sich findet, und also so weit als es nur seyn konnte, von der h. Jung-frau entfernet, welches ohne Zweifel aus Respect geschehen müssen. Die genauen' Nachrich-ten von diesen Umständen hat man erst im Jahre 1489 von einem Teufel, der eine Frau auö Wie man di'e-Grenoble besessen hatte, erfahren, nachdem solcher durch viele Beschwörungen zu Ablegungsolches Bekenntnisses gezwungen worden. Damit dieser verdächtige Zeuge desto eherGlau- ^den' finden möge, setzet der Jesuit bey der Erzählung dieser herrlichen Ent-

deckung p. 104 hinzu: OgL guamvis merickaLis Diaboli incücio enuiioista, t-unen gnia VL-racis ac prs-potenkis Del vi sc noniine laut extortg; hsuc! pro liabencia - prastertiiircuin veristmiliL link, LliristianL relichonis suAesnt cultmn. "Wenn dieser Autor mel-det , man habe der Aussage des bösen Geistes seinen BeyM nicht zu versagen, weil sie zurVerehrung der christlichen Religion nicht wenig beytrage; so wird solches in vernehmlichemWorten vermuthlich so viel sagen, daß diese und dergleichen Traditkonen den heiligen Orten,und Klöstern ihre Geldeinnahmen vermehren., Die evangelischen Schriften des neuen Te-stamentes melden zwar von etlichen Exempeln, da die unreinen Geister bekennet Haben, Chri-stus sey der Sohn Gottes; allein wir lesen nirgends, daß Christus solches Zeugniß von ih-nen verlanget habe, pudern vielmehr, daß er es ihnen verwehret. Der Heiland beruft sichauch niemals auf dieses Geständniß des Vaters der Lügen, sondern auf ganz andere kräfti-gere Proben seiner göttlichen Sendung, anstatt daß im gegenwärtigen Falle die einzige Aus-sage des bösen Geistes den ganzen Beweis führen muß. Die Fußstapsen des Engels Ga-briel würde man ohnfehlbar noch finden, wenn nebst dein heiligen Hause auch sein ehemaligerFußboden hieher gebracht worden wäre.

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