Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1360
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L.xxxix. Brief. Reise von Halle nach Eisleben,

wie auchbey Cam-burg;

bey Hild-bnrghausen.

Schleußin-

gen.

Gymnasium.

Hildburg-

hausen.

Nodach.

petrekacks

bey Rodach

hatte, daraus machen wollten, da sie doch selbst gestehen mußten, daß schon vorher ein Hirsch-geweih bey Tonna von den Bauern aus der Erde gegraben worden, auch die bey dem abge-dachten Skeleton gefundene Muskeln ihnen einen billigen Zweifel härten erwecken können.Tenzel hat ferner gszeiget,daß in dem Steinbruche bey Tonna versteinerte Blätter von Bäu-men, Holz und petrificirte Kornähren angetroffen würden.

Im Jahre 1672 wurde zu Camburg in Thüringen durch das Wegspühlen des Saal-fiuffes ein Elephantenhorn zum Vorscheine gebracht, welches drey Ellen lang und in seinergrößten Dicke stärker als ein Mannsarm war. Bey weiterem Nachgraben hat man da-selbst auch sechs ungeheure Backenzähne und andere große Gebeine eines Elephanten gefun-den §). Von dem bey Hildburghausen um das Jahr 163; abgegrabenen ganzen Elephan-tenhorne, welches der berühmte D. Wedel gleich beym ersten Anblicke für dasjenige, wases war, angesehen, und auch auf der Drechselbank als gutes Elfenbein befunden hat, kön-nen dieses gelehrten Mannes LxerclrstioneL ö/leci. kliiloloA. vec. X, Lxerc. I. p. io nachge-lesen werden. Nach Berichte (cle natur. kollil. I. V, c. 5) ist bey Saatfeld in

einem neugetriebenen Schachte von zwey und zwanzig Klaftern oder mehr als zwey hun-dert Fuß in der Tiefe, so gar eine in Stein verwandelte menschliche Brust ausgegrabenworden.

Schleußingen hat ein berühmtes Gymnasium, welches von den Herzogen zu Eisenach,Gotha, Weymar, Meynungen und dem Churfürsten von Sachsen gemeinschaftlich unter-halten wird. Das Directorium wechselt jährlich, und kömmt also in fünf Jahren herum;derjenige, bey dem es ist, besetzet die Stellen, die in seinem Jahre ledig werden. Es sindLtlpeuäia für acht und zwanzig bis dreyßig Gymnasiasten gestiftet, und die sämmtliche An-zahl der hiesigen Lmäioloem» beläuft sich anitzt auf siebenzig bis achtzig.

Von dem herzoglichen Schlöffe und dem daran gelegenen Garten zu Hildburghausenhat Johann Baptista Homann zween Bogen in Kupfer stechen lassen, welche aber nichtvorstellen, wie beyde wirklich sind, sondern in welchen Stand sie der vorige Herzog zu setzenWillens war. Denn aus allen Anschlägen, welche man damals wegen des Schloßbaues undGartens gehabt, ist nichts geworden, auch bey den itzigen Umstanden nicht zu vermuthen,daß man jemals diesem Entwürfe folgen werde. Die Stadt ist zwar klein aber wohl ge-bauet, die Straßen sind breit und gerade, auch die Häuser meistens unter einem Dache.Der itzige Herzog hat den löblichen Entschluß gefastet, die auf seinem Lande und Hausehaftende Schulden zu bezahlen, daher er nur fünfzig bis sechszig Mann zu seiner Wachehält und einen geringen Theil seiner Einkünfte zu seinem jährlichen Unterhalte verwendet (*).

Von Hildburghausen bis Rodach sind gute Wege und meistentheils ebenes Land. Indiesen beyden gemeldten Orten wird das Haus, worinnen der Rath sich versammlet und auchFremde logiren, das Schlundhaus genennet, welches mich an die Stuhlhäuser in Ober-Un-garn erinnert, mit welchen es eine gleiche Bewandniß hat.

Um Rodach herum finden sich viele reine Gipsadern; bey Elsa, eine Vierthelstunde! von der Stadt in einem Hohlwege vielerlei) gestreifte Muscheln oder keLnes, und umGradt-

stadt,

6) Vt<l. LÜ lUulers äiluvü teile»

§. ir8- . „

(*) Der itzige regierende Herzog Ernst Frie-drich Karl ist im Jahre 1749 mit der preiswür-digste» königlichen dänischen Prinzeßinn Lovist

vermahlet worden. Von der im Jahre 1726erfolgtenAufhebungdeshildburghaustscheuGpm-nasti hat Herr Hofrath Burcbard in seinem Le-ben einige Anekdoten bekannt gemacht.