Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1363
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vor: Bareuth und Bamberg.

Vo>i dem innerlichen und verborgenen Reichthume des an der Gränze gegen die Ober-Pfalz gelegenen Fichtelberges wird vieles gerühmet, so sich auf ungewisse und theils lächer-liche Traditionen gründet (*). Indessen finden sich doch in seinen Gebirgen gar gute Car-niole, Krystalle und andere dergleichen Steine. Ein Theil desselben bleibt beständig mitSchnee bedecket. Das besonderste ist, daß aus selbigem vier berühmte Flüsse entspringen,welche ihren Lauf anfänglich gerade nach den vier Hauptgegenden der Welt nehmen, daherman folgende Verse darauf verfertiget hat:

<T>u>ttlior eÜunclo 6uvio8 lvlons kiniker, ex lrirläck terrse zartem gnsmlibet uirur obit.

Ivloenuz sä occalum kertur, lecl dlabu8, aä Ausimm,

IlZra Ortum, koreatn cleuigue Lala ^etit.

Die Markgrafschast Barsuth hat vor andern Provinzen Deutschlandes einen sonderli-chen Reichthum an Marmor, und zwar nicht von einerley Farben. Von Schwarzenbacham Walde oder bey Prefeck kömmt ein grauer Marmor, worinnen gelbe Flecken als von glän-zendem Metalle anzutreffen sind. Aus der Gegend von Hof im Voigtlande hat man rothen,schwarzen und grauen Marmor. Unter dem letzten ist eine Art, die mit rothen Flecken alsmit Blutstropfen besprenget ist. Der grüne Marmor wird zu Naila gebrochen, der gelbezu Streitberg, und verschiedene Arten zu Lichtenberg bey Heerwagen, wie auch»zu Gold-Cronach.

In der Stadt Bareuth ist nichts außerordentliches für einen Reisenden zu sehen; dienicht gar weit davon unter dem vorigen Markgrafen angelegte Illermit-iZe hat ihre schönenGrotten und gute Marmorarbeit.

Der Weg von Bareuth über Hollfeld nach Bamberg ist bergicht und steinigt; jedochbey weitem nicht so übel als die Straße über Streitberg nach Erlang. Liebhaber von ?etrc-kacchz finden in allen diesen Gegenden eine reiche Aernte, womit sie ihre Kabinette vermeh-ren können.

In der Grafschaft Giech trifft man die Lornus Asssrlas, nautilos, 1 urblrü-

tes, Ispiöes jlliäaicos, Vermes marinos, belemnitar, pöÄinss, oclirlios oder Rogensteine,conckas Anoml»; ämitmaz und andere Muscheln nebst versteinertem Holze in großer Airzahlan. Insonderheit ist eine Quelle von sehr gutem und reinen Wasser, eine halbe Stunde vonThurnau bey dem Dorfe Ober-Mengau merkwürdig, weil sie unter ihrem Sande viele kraZ-ursnta warum von Corallen, eci-unis, beleiimitiz, Muscheln, aliarüz, üelliz mariniz, cornr-buz tnbuli; vermieularrbu8, Ig^iciibu8 ^u6aici8, Alossopetris, Zähnen von verschie-

denen andern Thieren, und mehrere dergleichen wohl erhaltene Dinge, welche öfters mit ei-ner materikl gefallet sind, auswirft. Die meisten von diesen Stücken, ob sie gleich

ganz sind, haben dennoch keine sonderliche Größe, ohne Zweifel, weil die Quelle nicht so vieleGewalt hat, als erfodert wird, die großem lvlarina von dem ürato, worüber sie fließt, abzu-lösen und mit sich fortzuführen. Bey Schürndorf machet der Tropfstein in einer Höhleviele besondere Figuren von ganz weißer und schöner Farbe.

Aus den Scheslitzer-Grunde, wie auch aus der Gegend bey Lutherisch-Hallstadt bekömmtman treffliche Alc^onia, Lormia Aiuwouis, eirelouiwb, welche eine Art von IIclum8 sind,Loclileg;, Lelemliitn und Corallengewächse.

8L 2 Die

Reichthümern sind. Ueber die Flüsse, welche ubi patet L cum ZZIg nobilis Lßr»,

am Fichtelberge entspringen, hat sich ein anderer Lr dlsbu, er uno fönte lscugue lluunt.Dichter also ausgedrückt;

Fichtelderg.

Marmorbrü-che diesesLandes.

Hermitagebep Ba-reuth.

Schürnbor-fer Höhle.

Scheslizer

Grund.