Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1456
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!4z6 xevi. Brief. Reise von Regenspurg

und Sardonyx werden an verschiedenen Orten des Markgrafthums in ordentlichen Aderngefunden, die an Härte den orientalischen gleich kommen, diese Fehler aber haben, daß manviele Riffe darinnen bemerket, und ihnen die Spielung mangelt. In Anspach verfertigetman eine besondere Art von Porzellan, die zwar bisher noch guten Abgang gehabt hat, in-dessen aber doch wenig einträgt, weil sie nicht verpachtet, sondern durch fürstliche Aufseherverwaltet wird. Der vorige Herr Markgraf har ein großes Geheimniß gemacht aus einermit blauer oder grüner Farbe vermischten Verguldung des Porzellans, und weis vielleichtniemand mehr diese Kunst, als ein gewisser Nagelschmied, der von dem Markgrastn in demLaboratorio sehr gebraucht und mit zur Aufsicht über die Porzellanfabrike gesehei worden.Die löbliche Regierung, womit hochgedachrer Markgraf seinen Lauf beschloßen, ist noch infrischem Andenken seiner Unterthanen, insonderheit was die Sorge für die Armen antrifft.Er unterhielt ehemals viele wilde Thiere, ließ auch junge Baren in seines Prinzen.Zimmeraufer^'hen, um ihn von Jugend auf zur Herzhastigkeit zu gewöhnen c), diese sämmtlichenThiere aber ließ er nach und nach abgehen, und die vorher darauf verwandte Unkosten demArmuth zuwenden. Ein Luchs war das letzte von diesen wilden Thieren, und der Markgrafließ es mit einer Kette an einen Pfahl schließen. Er war der einzige der eine Büchse beysichchatte, und da er nach dem Kopfe zielece, traf er das Eisen, so das Halsband zusammen-hielt, dergestalt daß der Luchs mit großer Furie los kam. Der Markgraf blieb mit großerCourage stehen, die anwesenden Cavaliers und Bediente aber ergriffen die Flucht und wur-den von dem Luchs verfolget, da denn zum großen Glücke ein Thierwärter mit geladenemGewehre dazu kam, und den Luchs falle«.

Herzhaftig- Noch größere Herzhaftigkeit hat dieser Markgraf gezeiget, da er einsmals sich allein

kett gegen ei- und ohne Gewehr in das Behältniß eines Löwen wagte, um einen Jungen, der durch leicht-ne„ Löwen. Bosheit des Besitzers von diesem Löwen darein versperret worden war, daraus zu

führen und zu retten. Währender Gefahr lag der arme Junge auf den Knieen vor demmurrenden Löwen und schrie immer mit erbärmlicher Stimme: ach gnädiger Herr Löwethut mir doch nichts! Sein Herr hatte diese Gefahr als eine Art von Tortur gebrauchet,damit der Junge bekennen möchte, daß er ein Paar lederne Handschuh ihm entwendet habe,nach der Einschließung aber war er aus dem Hause gegangen, und hatte den Knaben alleinin so gefährlicher Gesellschaft gelassen. Dieser und noch ein anderer dabey befindlicher Löwe,gehörten dem Markgrafen nicht eigenthümlich, sondern waren ihm nur zum Kauf angebo-then, welchen aber der Markgraf ausschlug mit Bedeuten, daß die achthundert Gulden, sofür jeden Löwen gefedert wurden, besser zur Versorgung der Armen' angeleget werden könn-ten. Es riethen damals etliche Personen, man sollte den Besitzer der Löwen zur wohlver-dienten Strafe auf den Festungsbau nach Wilsburg bringen, allein der Markgraf wollteden Schein, als wäre es ihm nur um die Löwen zu thun gewesen, vermeiden, und ließ ihn. also nur mir einer scharfen Warnung das Land räumen.

^Madame 3ch erinnere mich Hiebey dessen, was der alten Madame Charlotte, Herzoginn von Or-ä^orieMs * leanS, mit einem Löwen wiedersah««, wie solches aus dem Munde der Frau von Rathsam-nür einem Hausen, welche selbst gegenwärtig gewesen, kömmt. Es hakte nämlich gedachte HerzoginnLöioen. einsmals vor Fontainebleau, da sie spazieren fuhr, viele Leute an der Straße beysammen ste-hen gesehen, und nach geschehener Erkundigung erfahren, daß ein eingeschlossener Löwe da-selbst

c) Dieses wahre« so lange, bis einer von den Markgrafen die Gefahr, so dem Prinzen darausjungen Baren einen Bedienten durch die Hand zuwachsen könnte, vorzustellen,hiß, und man daher Gelegenheit nahm, dem