Band 
[Zweyte Abtheilung.]
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1483
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und dem lothringischen Hofe. »48z

ches an sich bringt, und behält es gedachte Freyheit so lange, bis es wieder in bürgerlicheHände geräth. Im HerzogthumeBar wird derjenige schon für einen Edelmann geachtet, ä-ventcrder nur eine adeliche Mutter hak, obgleich der Vater bürgerlichen Standes ist. Die Her- nobiliwr.zöge von Lothringen haben als souveraine Herren das Recht zu adeln, es ist aber leicht zu er- Neuer Übet.achten, daß es damit nicht allezeit ohne Miöbrauch abgegangen, und daß öfters schlechte oderunwürdige Leute, die für ein geringes Geld oder durch andere Mittel Patronen gesunden ha-ben, in einen privilegirten Stand gesetzet worden, welcher billig nur wohlverdienten Leutenzu Theil werden sollte. Der Prinz von Vaudemont als Souverain von Commercy, ertheiletgleichfalls Adelsbriefe. Es werden dadurch aber nach und nach entweder des Landesherr«

Einkünfte verringert, oder den übrigen Unterthanen eine mehrere Last aufgebürdet, weil deradeliche Stand eine Freyheit von Jmposten auf die Person und Güter mit sich bringt.

Der alte Adel verachtet nicht nur den neuen, sondern auch was man zens cie robe oder Leute,die von der Feder Profession machen, nennet, wenn sie gleich von guten alten Familien sind.

Zu Anfange dieses Jahrhunderts wurde dem Herzoge von Lothringen in dem Irans 6sPartie anstatt seiner itzigen Lande das Herzogthum Mayland zugetheilet, und der Herzogmußte sich aus Furcht vor Frankreich anstellen, als ließe er sich solches gefallen, er verlangteaber dabey, daß alle Potenzen von Europa ihre Einwilligung dazu geben sollten, und daßalle hohe sura,die er in Lothringen besaß und mithin auch die 8ouvera Mets demHerzogthumeMayland beygeleget würden, bey welchen beyden Artikeln er billig solche Schwierigkeitenvermuthen konnte, daß nothwendig die Sache würde ins Stecken gerathen, wenn auch gleichkeine andere Veränderung der europäischen Staatsverfassungen dazu gekommen wärm.

Die jährlichen Einkünfte des Herzogs belaufen sich ctwan aufzwo Millionen rheinischer Gui- Einkünfteden, zu welcher Summe die Salzwerke von Rosieres und Dieuze allein vierzehnmal hun- des Herzogs,dert taufend Livres beytragen sollen. Drey Livres und fünf Sols werden anißt auf einen Walzwerke,rheinischen Gulden gerechnet. Die herzoglichen Länder sind zwar sehr weitlärsstig, dabey Befchaffen-aber an vielen Orten von dem französischen Gebiethe durchschnitten und von einander abge- fteitderLan-sondert. An der Seite von der krancke-Lomts und gegen das Gebirge VogesuS genannt,ist der Grund und Boden weniger fruchtbar, und zweifele ich, daß solches durch die wenigen Bergwerke.Bergwerke von Eisen, Kupfer, Zinn und Silber, oder auch durch die Achate, Chalcedonicr, Edelgesteine.Granate und andere dergleichen Edelgesteine, welche man daselbst findet, ersetzet werde.

Die Ritterakademie zu Luneville ist schon von lange»Zeiten her in gutem Russe, anitzt Anstauenderaber insbesondere unter der Aufsicht des Baron von Schack gar wohl eingerichtet. Es kom- Mterakadermen auch Protestanten hinein, und verlanget man von ihnen nur, daß sie aus Gefälligkeit desFrevtags und Sonnabends sich mit an die Fastenspeisen halten, es sey dann, daß sie solchenicht vertragen könnten. Die Tafel ist gut, und werden Mittags zu zehn Schüsseln nebstdem Confect und Desert, des Abends aber neun Schüsseln gegeben^ Der Herr von Schackals Gouverneur speiset allezeit mit. Täglich werden etliche der Akademismen an des HerzogsTafel gezogen, sie nehmen öfters Theil an den Jaqdergötzungen, und läßt bey solchen Gele-genheiten der Herzog die Pferde dazu hergeben. Jtziger Zeit sind fünfzehn Cavaliers in derAkademie, und eben so viele junge Fremde halten sich außer derselben zu Luneville auf, theilsum vom Hofe, theils um von der Privatinformation der hiesigen Lehrer und Meister zu pro-siriren. In d^r Akademie erlernet man die alte und neue Historie, die Geographie,Ehrono-logie, Mathematik, Philosophie, die kkylicam expsrimenmlsir,, das Recht der Natur, das.römische su8 Livile, das sns kuküouiu von Deutschland, (von welchem Mr. Begnicourt, einDiscipel des alten Vicriarius, Professor ist) nebst der italienischen, französischen und deutschenSprache. Anbey wird das Reiten, Fechten, Tanzen und Milicar-Exercitinm getrieben.

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