1488 XLIX. Brief. Von Luneville, Nancy
nicht, sie noch beständig zu vermehren. In dem Saale derselben stehen zween 6lob! vomP. Lorronelli, deren der eine, nämlich der coelcüis, nach dem Urtheile des du Val, wegender darauf gezeichneten Oi-bu-wmn etlicher Kometen gut und nützlich, der terreürlr aber vollMünzkadinct Fehler ist. Bey der Bibliothek sind auch drey tausend und fünf hundert alte Münzen, wor-unter sonderlich die römischen wohl erhalten sind. Des du Val Verwandlung aus einemKühhirten in einen gelehrten Professor hak gar besondere Umstände, in Ansehung der Haupt-sache aber giebt die Historie mehrere dergleichen Exempel an die Hand.
Parallele des Dsmimcus LVecherino, ein bekannter italienischer Maler, der aber berühmter unterMalers Bec- dem Namen Beccafmno ist, lernete indessen, daß er die Schafe hütete, vor sich und ohne An-cafunw mit Weisung das Zeichnen, und LaurentiuS Beccafumo, ein Edelmann aus Siena, zog ihn ausdem du a . niedrigen Lebensart, um ihn in der Malerey unterrichten zu lassen.
Sonderbare Es ist auch du Val nicht der einzige in Luneville, der seine Wissenschaften mehr dem
Schickftüe eigenen Triebe seines Natureis, als fremder Unterweisung zu danken hat, sondern man fin-des Mache- det auch ein gleiches Exempel an einem klstbeinatlco, Vareinge genannt, der bis in seinmakicusVa- und zwanzigstes Jahr ein Bauer gewesen und hinter dem Pfluge gegangen, von Ju-remge. geud auf g^ße Liebe zum Drechsler« und zur Mechanik gehabt hat, dergestalt daß erden Bauern in seinem Dorfe allerley nützliche Maschinen verfertigte. Die genaue Be-trachtung eines Bratenwenders, der ohne Gewicht getrieben wurde, brachte ihn auf die Uhr-macherey , und begab er sich endlich nach Nancy, woselbst er verschiedene künstliche Wer-ke verfertigte, bis eine von ihm verfertigte Uhr, die nur drey Räder hatte, und dennoch nichtnur die Stunden zeigte, sondern auch schlug und repetirte, dem Herrn von Pfülschner in dieHände kam, der den Meister bey dem Herzoge recommendirte, und es dahin richtete, daß erauf des Herzogs Unkosten nach England geschickt worden, woselbst er dreyzehn Monategewesen, und in der Mathematik des Unterrichts des berühmten Dejaguillier genossen hat.Sein unermüdeter Fleiß und fähiger Kopf haben einen vortrefflichen ^lecliguicuin aus ihmgemacht, und bekleidet er anitzt die Stelle eines ?rc>kellc>rj!> cxperimeMsliz bey der
Ritterakademie mit einer Besoldung von zwölf hundert Livres. Die Kammer der Maschi-nen ist seiner Aufsicht anvertrauet und verdienet er das Lob eines höflichen und bescheidenenMannes, der so wenig als du Val ein Geheimniß aus seinem vorigen Stande machet, son-dern nebst ihm rühmet, wie sie beyde ihr Glück dem Herrn von Pfütschner zu danken haben.Systems clo- Bey dem Vareinge sah ich die mit wenigern Rädern glücklich verfertigte Nachahmung der-pernu-snuu . Gigerl Maschine, die der englische Mechanicus Roley für den Prinzen Eugen gemachthat, und die das cokLicieiaänvm vor Augen leget. Auf gleiche Art hat Varein-
ge die Maschine, so mit Hülfe des Feuers das Wasser in die Höhe treibt, verbessert. DerBrenvspie- itzige Herzog sprach einsmals in Luneville von den Brennspiegeln, die er bey den JesuitenL«l- ^ Prag gesehen, und womit man ohne Sonnenstralen nur durch glüende Kohlen von einem
' Ende eines Zimmers bis zum andern etwas entzünden kann. Vareinge als er davon hörete,bath den Herrn vonPfütschner wegen Verfertigung dieserBrennspiegel nach Prag zu schrei-ben, die Jesuiten aber, die nicht gern ihre Kunst mittheilen wollten, antworteten nur, sol-che Spiegel würden nach der l-mea karabolica prlmi ßenens zubereitet. Sobald Vareingedieses erfahren, ließ er nicht ab, bis er zween solcher Brennspiegel zuwege gebracht, die ein-ander die Stralen auf zwanzig Schritte zuschickten und eine leicht Feuer fangende Mate-rie entzündeten. Die ißt allhier befindlichen Brennspiegel dieser Art thun die gedachte Wir-kung nicht auf eine so weite Entfernung, weil sie nicht gut und glatt genug verguldet sind,als worauf das meiste ankömmt. Zum Fundament ist die Glockenspeise am besten, wor-aus man auch die L)ckiuciro8, die bey etlichen optischen Versuchen nöthig sind, verfertiget.
Durch