und dem lothringischen Hofe. 1489
Durch diese Spiegel können zwo Personen vernehmlich miteinander sprechen-'ob sie gleich Lautes Spre-so leise reden, daß die in der Mitte stehenden Personen nichts davon vernehmen, wie man che» durchsolche Experimente auch in elliptischen Gewölbern machen kann. Spiegel.
Von Luneville bis Nancy sind fünf Stunden, und wechselt man die Post in St. Ni- St. Nikolas.kolas, einem geringen Orte, wohin viele Wallfahrten wegen etlicher Reliquien des heil. Ni-kolaS Bischofs von Mire, geschehen. Eine halbe Stunde vor Nancy bleibt das herzogli-che Lustschloß Mallegrange linker Hand auf einer kleinen Höhe liegen. Es hat solches ei- Mallegrauge.ne angenehme Aussicht und das Gebäude selbst ist prächtig angefangen, aber noch nicht voll-endet, auch nicht zu vermuthen, daß es jemals ausgebauet werde. Näher an der Stadtliegt eine Kapelle, blows Dome cie bcm kecours genannt, die wegen vieler Wunderwerke, dt. v. äe bo»so darinnen geschehen seyn sollen, in großem Ruffe ist. tecour».
Nancy liegt in einer schönen Ebene, eine halbe Stunde vom Flusse Meortie, und wird Nancy.in die alte und neue Stadt eingetheilet. Die letztere hat breite und gerade Straßen mitvielen schönen Häusern, die nach der hiesigen Landesart meistentheils so niedrige Dächer ha-ben, daß man ohne Mühe darauf herumgehen könnte. In der alten Stadt hat der großelange Platz oder die breite Straße vor dem Schlosse ein gutes Ansehen. Die BefestigungS- Fortlsication.werke haben den Franzosen zu Gefallen geschleifet werden müssen und ist nichts davon übriggeblieben, als die Mauer und etliche Bastionen. In diesem Zustande ist die Stadt denHerzogen von Lochringen vermöge des ryswickischen Friedens wieder eingeräumet wor-den, und darf der Herzog weder Nancy noch einen andern Ort ohne Genehmhaltung desKönigs in Frankreich fortisiciren.
Von dem alten Schloßgebäude ist ein Theil abgebrochen, und hat der vorige Herzog Schloß,einen neuen Pallast angefangen, sein Unternehmen aber wieder ins Stecken gerathen lassen,dergestalt, daß nur das Oorps äe boZis davon steht, welches kein Portal, sondern an stattdesselben fünf nebeneinander befindliche Thüren hat, dergleichen man sieben an dem amster-dammischen Rathhause bemerket. Der itzige Herzog kömmt selten nach Nancy. Indessensind in dem Schlosse achtzehn schöne Tapeten zu besehen, welche die Thaten des Herzogs Tapeten.Karl des vierten abbilden. Man zeiget auch zween alte Säbel von denen Burgundern, Lsrolidie unter ihrem Herzoge Karl dem kühnen bey Nancy geschlagen worden, insonderheit aber cis Caeket.dieses itztgedachten unruhigen Heldens Casquet, so mit rothem Sammet überzogen und nebsteiner gelben Feder mit einer Binde von gelbem Tastet versehen ist. Diese wird zum An-denken solches Sieges alle Jahre in einer Proceßion von dem Capitain der Schweizer her-um getragen, und zween andere Schweizer tragen dabey die abgedachten zween Säbel. Beydem Schlosse ist in einem Bastion ein Garten angelegt, aus welchem man eine angenehnre Garten.Aussicht hak. An den Garten stößt das Opernhaus, dessen Theater von dem italienischen Opernhaus.Baumeister Bibiena, der auch das Wienerische gebauet hat, angegeben ist. In Ansehungder Größe hat solches nichts besonders, die Einrichtung aber ist wohl ausgesonnen. Auf je-der Seite giebt ihm eine schöne Tribuna eine gute Zierde.
Was die geistlichen Gebäude der Stadt betrifft, so wird anitzt I'blAlile prünmiglo aus l' ?n-Ouadersteinen und auf italienische Art mit zween Thürmen und einer zierlichen Cuppola sehr mLüsIc.prächtig gebauet. Diese Kirche steht nicht unter dem klotrovolit-ino des HerzogthumsLothringen, (welches der Bischof von Toul ist) sondern unmittelbar unter dem Pabste, da-her sie auch den Namen krimatialiZ führet. Ihr Capitel besteht aus einem und
sechszehn Lanonicis, welche letztem aber nicht nöthig haben, ihre Ahnen zu beweisen. DerHerzog ernennet den krimstsm ohne sie darum zu fragen, und der Pabst bekräftiget ihn.
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