Band 
[Zweyte Abtheilung.]
Seite
1507
JPEG-Download
 

i. Anhang/

IZO7

m.

Geographische Nachricht von dem Wege, welchen eine Armee

von Fmbm'g, nach Costniz nehmen kann, ohne das schweizerische

Gebieth zu betreten.

M. In der dazu gehörigen Karte ist die große Straße, auf welcher die Kriegs-Eguipagebleiben muß, mit gelber Farbe kennbarer gemacht, gleichwie die Wege, welche die In-fanterie zu nehmen hat, wenn sie den: Feinde, im Falle er sich an etlichen Orten entgegensehen wollte, in Rücken kommen soll, roth bemalet sind.

Wenn man aus Freiburg durch das schwäbische Thor kömmt, lenket sich der eigent-liche Weg nach Costniz linker Hand kurz um gegen St. Petersthal, woselbst viele Wege sichfinden, so nach den mit dem Schwarzwalde umgebenen Ebenen führen. Die in solcher Ge-gend befindlichen Dörfer sind Kirchzarken, Zarten, Viller, Burg und Himmelreich. In dernatürlichen Lage und Beschaffenheit dieser Oerter eräuget sich nichts, das dem Zuge derTruppen und der Kriegs^Equipage die geringste Hinderung in den Weg legen könnte, undsind sie alle im Gesichte und unter den Canonen der Stadt Freiburg, daher es auch unnöthigist, ein mehrereö davon zu melden.

Eine Armee, so über die Gebirge marfchiren und in die Gegenden der Städte Costniz,Villingen und Rotweil einrücken soll, hat nöthig sich unten an dem Berge, wo itztgedachteDörfer liegen, zu lagern, damit sie zulängliche Zeit gewinne, in einem Tage über die Hügeldurch die Thäler von St. Peter, Wagensteig und das Höllenthal (blum. i, 2, z) zu defi-liren. '

Wenn diese Hügel überstiegen sind, kann man sich auf der obersten Höhe der Bergewieder vereinigen, und findet eine Armee Fourage genug, um daselbst sich zu lagern, indemdie ganze Gegend bewohnet und bebauet ist.

Die zween Hügel, welche an dem Wege nach der Stadt Villingen liegen, bleiben lin-ker Hand, und wendet man sich um nach Costniz zu kommen, rechter Hand nach dem Gebir-ge, so seinen Namen von der Hölle hat.

Die Berge und Klippen verursachen ein Oe6Ie, so bey dem Dorfe Himmelreich (z)anhebt und dritthalb französische Meilen oder Stunden wahret. So lange solche Enge wäh-ret, können nicht über drey bis vier Mann neben einander gehen. Längst dem Wege findensich viele Häuser, und zu Ende des l)e6le ein Berg (4), auf dessen Gipfel man unumgäng-lich kommen muß. Die Feinde, welche diese Passage verhindern wollen, können leicht sichdaselbst verschanzen, und, weil der Weg hinauf gar steil ist, dabey auch in dieKrümme geht,mit wenig Volk diesen Paß wohl besetzt halten. Um ihnen in solchem Falle in den Rückenzu kommen, muß das Fußvolk den mit rother Farbe in der Karte bezeichneten Weg beymEingänge (2) des wagensteiger Thals nehmen, welcher alsbald auf das Gebirge, so demgroßen Thale von St. Peter gegenüber liegt, führet ->). Auf der Spitze dieses Bergeskann man bataillonweise anrücken, und sich sowohl der Steige (5) als der Höhe (4), wo sichetwan die Feinde verschanzet haben, bemustern.

Wenn man den Berg (4) erstiegen, und über den Hügel der Hölle gekommen ist,kann man escadronweise fortrücken, sich zur Rechten und Linken ausbreiten, und im Falle derNoth auch campiren, weil sich der Hügel nach und nach erniedriget, auch die Gegend be-

9 F 2 bauet