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Fünfter Band.
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42 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Benguela,

Regierung Jeder Sova hat eine gewisse ZahlMakortes oder Rathe, die, so oft sie ihn anreden, aufr-onAngola. hj^> niederfallen und in die Hände klopfen. Mit diesen überleget er alle Angelegenheiten' ^ ' von Wichtigkeit. Diese Sovas leben für sich allein in ihren Dörfern, die mit dicken

Hecken umzäunt sind, und nur enge Oeffnungen zum Eingänge haben /).

Es giebt hier nur eine Art Strafen für die Verbrechen; derVerbrecher und seine ganzeVerwandtschaft werden zu Sklaven des Sova gemacht. Manchmal aber rächen sie sichdamit, daß sie ihren Gegentheil mit Gifte vergeben. Sie bekümmern sich bey ihrem Ver-fahren nicht darum, ob der Angeklagte schuldig oder strafbar ist; der Ausspruch der So-vas und die Aussage einer einzigen Person machen die ganze Sache aus F).derPottilgie- Die Regierung von Loanda und dem übrigen Angola, das unter den Portugiesensin. steht, befindet sich in den Händen eines Statthalters, zweener Bradores oder Raths-glieder aus den Bürgern, und einem Ovidor oder Oberrkchter, zu peinlichen Sachen,auch zween Richtern, Jeusts genannt, und einem Secretär.

Die Sovas Die Statthalter aller Länder, welche die Portugiesen in Angola, vermittelst der Waf-smd zinsbar, im Gehorsame erhalten, müssen ihnen jährlich Sklaven als einen Tribut liefern, und ihnenals Vasallen andere Dienste leisten. Der portugiesische Statthalter von Loanda pflegtseinen Tribut von den Sovas , an einige von ihrer eigenen Nation zu verpachten, welchemit der gesetzten Zahl der Sklaven nicht zufrieden sind, sondern oft mehr nehmen, und da-durch einen tödtlichen Haß der Einwohner gegen sich erregen. Die Sovas müssen auchTräger für die Portugiesin besorgen, sie von einem Orte an den andern zu schaffen, wennsie durchs Land reisen ^>).

Der König von Angola hat starke Einkünfte, die theils von dem jährlichen Tributeder Sovas, theils von den Zöllen auf die Waaren und Sklaven, die man ein-und ausführet,herstammen. Man saget, daß sich diese Einkünfte, nebst dem Rechte Sklaven nach Bra-silien, Rio de la plara und an andere Oerter überzuführen, jährlich auf eine großeSumme beliefen, die zu Lissabon an einen oder mehrere, die den Namen Comractadorführen, und ihre Factorey zu Loanda halten, verpachtet wird. Ein solcher Conrracta-dor entscheidet, wie ein Consul, alle Sachen, die Tausch und Handel betreffen. Er hat ei-nen Secretär, zweene Notarien, und zweene Porteros oder Thürhüter -').

Macht des Des Königs von Angola Macht muß sehr groß seyn. Lopez bemerket, die Menge der

Königs. Einwohner hätte sich in Aongo sehr verringert, seitdem sie die christliche Religion angenom-men hätten: da hingegen Angola wegen Beybehaltung der Vielweiberey unglaublich volk-reich sey. Eben derselbe versichert, es befänden sich in diesem Königreiche eine Millionstreitbare Männer; denn jeder dienet dem Könige in seinen Kriegen K). Nach Dappers Be-richte kann der König in kurzer Zeit hunderttausend Freywillige ins Feld stellen; und wennes die Noth erfordert, eine Million gepreßte Soldaten. Die Zahl wäre furchtbar, wennihre Herzhaftigkeit und ihre Klugheit damit übereinstimmte. Allein, in ihren Händeln mitden Portugiesen hat sich beydes sehr schlecht gezeigt, besonders im i;84sten Jahre, da zwölf-mal hunderttausend Angoleser von fünfhundert Portugiesen und einigen wenigen Kongo-schwarzen in die Flucht getrieben wurden.

Das

/) Vgilby auf der ;6z und folgenden Seite. r) 'Ebendaselbst auf der Seite.

F) Derselbe auf der ;6i Seite. 6) Pigafekta auf der 5 ; Seite.

«) Ebenderselbe auf der ;L8 Seite.