und den angrenzenden Landern. Xll Buch Vl Cap. 4»
Das folgende Jahr schugen zweyhundert Portugiesen und zehntausend Schwarzen Rönigreick,sechsmal hunderttausend Angoleser /). Geichwohl lobet Lopez ihre Geschickiichkeit lind , Angola.gute Ordnung im Kriege, die er, seinem Berichte nach, bey verschiedenen Schlachten mit ^den Portugiesen, gesehen hat. Sie haben dieselben, bey Nacht und Regenwetter, angefallen,damit der Portugiesen Feuergewehr nicht sollte können gebraucht werden, und haben ihreMacht in verschiedene Haufen getheilt, um die Portugiesen desto mehr abzumatten -»).
Die Kriegszucht der Leute von Angola lind Aongo ist beynahe einerley. Beyde Ihre Krieg«,fechten ordentlich zu Fuße, und theilen ihre Heere in verschiedene Haufen, wobey sie sich nachBeschaffenheit des Bodens, wo sie gelagert sind, stellen, und ihre Fahnen wehen lassen.
Die Bewegungen ihrer Kriegsvölker werden von dem Generalcapicain angeordnet, dersich selbst ins Mittel des Heeres stellet, und durch den Ton eines Instruments Befehl ertheilt,ob sie sich zurück ziehen, oder vorrücken, rechts oder links wenden, schlagen, oder etwasanders vornehmen sollen; gerade, wie solches in Europa, vermittelst der Trummel undTrompete, geschieht.
Sie haben vornehmlich drey Arten von Spiel im Felde: das erste sind große Klappern, Krieg«,in hölzernen Büchsen befestigt, die aus einem Baume ausgeholt, und mit Leder überzogen mustk.sind. Sie schlagen solche mit kleinen elfenbeinernen Stäben. Die zweyte Art ist wie einumgekehrter Kegel, oder wie eine Klocke, daran das unterste zu oberst gekehrt ist, gestaltet,und aus dünnen Eisenplatten gemacht. Sie schlagen mit hölzernen Stöcken darauf, undzerbrechen solche oft, um den Ton rauher und kriegerischer zu machen. Das dritte Instru-ment ist ein ausgeholter Elephantenzahn, darein sie durch ein Loch in der Seite, wie in einePfeife, blasen, welches eben so wohlklingend und kriegerisch anzuhören ist, als das Horn ?r).
Diese verschiedenen Instrumente sind von mancherley Größe. Die großem gehören Derselbenzum Dienste des Generalcapitains, und die kleinern für die niedrigern Befehlshaber beydem GebrauchHeere; sie schlagen solche mit den Händen. Wenn sie also die Klapper, Pfeife oder Klocke des ^ Felde.Generals hören, so antworten sie in eben dem Tone, zum Zeichen, daß sie sein Verlangenverstanden haben. Sie bedienen sich dieser Instrumente im Gefechte folgendermaßen: Dietapfersten Soldaten ziehen im ersten Gliede, und tanzen mit diesen Instrumenten, die übri-gen aufzumuntern. Durch den Ton zeigen sie an, in was für Gefahr sie sind, und wasfür Gewehr sie bey dem Feinde angetroffen haben.
Die Befehlshaber tragen bey dem Feldzuge viereckigte Mühen, mit Federn von Kriegsklei-Straußen, Pfauen, u.d.g. geziert, um sowohl furchtbarer, als prächtiger auszusehen. Der ^"2-Oberleib ist bloß; nur über die Schultern hangen eiserne Ketten, mit Gliedern eines kleinenFingers lang. Unter dem Gürtel haben sie Leinwandhosen, die mit einem Stücke Zeugebedeckt sind, und ihnen bis auf die Fersen gehen, aufwärts aber gefaltet, und unter demGürtel zusammengebunden sind. An diesem Gürtel, der sehr artig gemacht ist, hängen sieKlocken, wie die vorhin beschriebenen, die bey dem Fechten klingen, und sie anfrischen. Anden Füßen tragen sie Hatbstiefeln, nach portugiesischer Art.
/) Vgilby auf der ;6zsten Seite.«) pigafetta auf der zzsten Seite.
«) Derselbe auf berußen und folgenden Seiten.
Allgem. Reijebeschr. V Band.
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