WildeThie-r? rnRongo..—-
SeinSchwanzund dessenHaare.
Natur desElephanten.
Ihre Zähne.
82 Beschreibung der Königreiche Loango, Kongo, Angola, Beiiguela,
Das Weib empfängt nur einmal in sieben Jahren, und geht zwey Jahre trächtig,aber nicht länger. Die Haut ist unglaublich hart, und vier Zoll dicke. Lopez erzählet,es sey ein Elephant mit einem Steinstücke geschossen worden, ohne daß die Kugel durch dieHaut gegangen wäre; aber er ward so grausam gequetschet, daß er in voller Wuth, einenWeg von drey Tagereisen fortlief, und endlich starb, nachdem er verschiedene Sklaven, dieihm auf dem Wege begegnet waren, hingerichtet hatte.
In ihrem Schwänze haben sie verschiedene Haare oder Borsten, so dicke als Binsen,oder Genstsprossen, von glänzender schwarzer Farbe. Je älter das Thier ist, desto schö-ner und stärker sind diese Haare. Man verkaufet eines davon um zwey oder drey Sklaven,weil die Adlichen und das Frauenzimmer in Angola, und bey den Ambundi, ihren Nachbarn,den Hals damit zieren. Sie sind so stark, daß ein Mann mit beyden Händen eines nichtzerreißen kann. Manche wagen sich, dieser Haare wegen, eines Elephanten Schwanz ab-zuhauen. Sie machen sich hinter ihn, wenn er in einem engen und schmahien Wege, undfolglich nicht vermögend ist, sich umzuwenden, und mit seinem Rüssel zu rächen. Anderesuchen ihm, wenn er frißt, mit einem Hiebe den Schwanz abzuhauen, und laufen, ihm zuentrinnen, beständig im Kreise herum; denn das Thier ist so schwer, daß es sehr viel Zeitbrauchet, sich umzuwenden, ob es wohl, mit zwar langsamen, aber weiten Schritten, geradezu, geschwinder als ein Pferd fortkömmt e).
Merolla bemerket, viele der hiesigen Heiden, besonders die Jaggaer, hätten eineArt von Andacht gegen den Elephantenschwanz. Denn wenn einer von ihren Hauptleutenoder Vornehmen stirbt: so heben sie ordentlich zu seinem Andenken einen solchen Schwanzauf, den sie mit einer Art von Anbethung verehren; welches von der Meynung, die sie vonseiner großen Stärke haben, herrühret. Sie jagen oft die Elephanten, um nur ihnen dieseSchwänze abzuhauen; aber das muß auf einen Hieb, und bey einem lebendigen Elephantengeschehen, sonst hat er, dem Aberglauben gemäß, keine Kraft /).
Der Elephant ist ein sehr friedfertiges Thier, und verläßt sich sehr auf seine natürlicheStärke. Er fürchtet sich vor nichts, beschädiget auch niemanden, der ihn nicht beunruhigt,und kömmt, ohne einigen Schaden zu thun, an die Häuser. Trifft er jemanden unterwe-gens an, so thut er ihnen nichts, wofern er nicht gereizt wird; nur hebt er sie manchmal gelindemit seiner Schnauze auf, und setzet sie wieder nieder. Diese Thiere besuchen sehr gern dieFlüsse und Seen um Mittag, zu trinken und zu baden. Sie treten bis an den Bauch insWasser, und waschen sich den übrigen Leib, mit dem Wasser, das sie aus der Schnauze sprühen.
Lopez schreibt die große Menge der Elephanten in Rongo, den häusigen Weidenund seichten Flüsse«, zu. Auf dem Wege zwischen Razanze und Loanda , hat er in einemgrasichten Thale über hundert beysammen gesehen, alt und jung; denn sie gehen Heerden-weise, wie die Kamele und dergl. und nicht allein, wie Raubthiere.
Vor der Portugiesen Ankunft machten die Schwarzen nichts aus den Elephantenzäh-uen, sondern sammleten sie, ohne sie zum Handel zu brauchen; daher hatte Rongo zu desLopez Zeiten, und zuvor, so einen Üeberfluß an Elfenbein F). Aber durch die unsägliche
Ausfuhre,
e) pigafttta auf der 6z und folg. S. e) purcbas Pilgr. n Band auf der K8z S.
Merolla auf der 657 Seite. 6) Ggrlby am oben anaef. Orte.
F) pigafttta auf der 68 und folg. S. /) Dappec meldet, die Schwarzen besäßen nicht
ä ) Ggilb/ auf der Seite. die Kunst, ihn lebendig zu fangen.