n8 Beschreibung der Länder vorn Vorgeb. der guten Hoffnung
171z tion erhalten haben, dessen nachgehends wird erwähnt werden. Dieses Land erstrecket sichLolbe. ostwärts sebr weit, aber nicht lang an der Küste hin. Eö haben sich hier viel Europäer
*—*-'in den Besitz großer Landstriche gesetzt, dazu sie immer nochjmehr bringen, die von den
Roopmans nicht gebraucht werden.
Durch die wohlgewäfferten und mit mancherley Bäumen erfüllten Thäler dieser Land-schaft, windet sich ein strenger Fluß in die See, Namens palamit §). Seine Quellebefindet sich in den drakensteinisihen Gebirgen, an der Gränze; er nimmt verschiedeneFlüsse,'und unter diesen, einen ziemlichen großen Strom, der schwarze Fluß genannt, auf.Man findet im palarnit selten etwas anders, als Aale, Schmerlen, Lind solche kleine Fische.
Es befindet sich ein warmes Bad in dieser Gegend, und in einem Thale, NamensSuthenhall, auch hie und da in andern Gegenden, sind verschiedene gute Salzgruben.
Heffaquas. An die Nation der Gunjemans gränzen ebenfalls die Heffaquas, die TachardHaffaquas heißt. In der Lage des Landes irret er sich eben so sehr; denn er meldet, siewohnten bis an die Seescite, da sie doch nicht einen Fuß breit Land an der See haben. In-dessen hat er recht, daß sie zahlreich und vermögend sind, aber unter allen die wenigsteKriegöerfahrung haben.
Die Heffaquas sind vielleicht vermögender, als eine einige hottentotische Nation,das ist, sie haben mehr und besser Vieh. Die Weiden sind hier mit Heerden von Ochsenund Schafen bedeckt. Ihre Bakkeleps oder Zugochsen übertreffen alle andere an Stärkeund Schönheit. Weil sie mit den Europäern den größten Handel um Brandtewein, To-back, Korallen und dergleichen treiben: so sind sie wollüstiger und zum Kriege untauglicher.Daher halten sie, ihrer Menge ungeachtet, mit ihren Nachbarn Friede. Wenn sie abervon einigen, ihres Viehes wegen, angefallen werden: so thun sie tapfern Widerstand, ver- .folgen aber ihren Feind nie über ihre eigenen Gränzen, und werden daher desto öfter ange-fallen. Können sie den Feind nicht leicht zurücktreiben, so suchen sie bey dem Statthalterdes Vorgebirges Schutz, der ihn bändigt.
Ein lustiger Im Jahre 1707 hatten einige Abgeordneten der Heffaquas dem Statthalter ein Ge-
Streich. schenk von Ochsen gebracht, welches er mit Toback, Arrack und Korallen erwiederte. Sobald die Abgeordneten solches empfangen hatten, setzten sie sich mit einigen Gunjemansnieder, denAprack zu kosten; die Flasche gieng hurtig herum, und die Gesellschaft warsehr lustig. Endlich aber schimpften die Gunjemans auf die Heffaquas, gleich da sieaus einander gehen wollten; vielleicht weil die Gunjemans mehr Getränke verlangten,und die Heffaquas ihnen solches nicht geben wollten. Sogleich geriethen beyde Parteyenam Fort einander in die Haare. Manche schlugen einander mit Fäusten, andere mit Prü-geln, noch andere mit Steinen, und beyde Theile waren sehr ergrimmt aufeinander. DieStadt gerieth in Lärmen, und das Volk lief haufenweise hinzu, diese Schlägerey mit an-zusehen ; sie mußten aber in einer Entfernung stehen bleiben, damit die Stellte sie nicht tra-fen. Der Fiscal, ob er wohl sonst bey den Hottemvten in großem Altsehen steht, legte sichvergebens dazwischen, und gerieth selbst in Gefahr. Darauf ließ der. Statthalter, um siedurch Schrecken zum Frieden zu zwingen, ein großes Geschütz herzuführen, und in ihrerGegenwart laden. Allein dieß war auch vergebens; bis er es ihnen über die Köpft loS-
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,) Dieser Fluß, oder wenigstens sein Name, fehlet in der Karte.
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