Band 
Fünfter Band.
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iz6 Beschreibung der Länder vom Vergeb, der guten Hoffnung

171z Bis itzo ist noch keine Brücke über den Bergfluß - obwohl dieses fast das nöthigste

Rolbe. für die Colonie wäre. In der Sommerszeit, vom Weinmonate zum April, ist zwar der Fluß^^ kaum ein Knie tief, und an manchen Orten ganz vertrocknet, aber im Winter tritt er vondenen Fluthen, die von den Bergen herabschießen, aus, und der Strom ist so hoch und so tief,daß fast alle Jahre jemand von denen, die zu Pferde darüber setzen wollen, umkömmt.

Dieser Fluß geht durch das lVagnerrhal, mit vielen Wendungen, von dar durchverschiedene hottentotische Lander, in die Bay Gr. Helena, die etwa hrmdert deutsche Mei-len von seiner Quelle ist c).

Lust und Diese Gegend ist bergigt und steinigt, doch aber fruchtbar. Die Luft ist rein und ge-

B»den. fund, und das Wasser in Menge und gut. Die Berge sind hier wie meist um das Vor-gebirge , während des stärksten Winters, das ist im Brach- und Heumonate, mit Hagel,und Schnee bedeckt, der bis mitten in den August, manchmal auch in den September, dauert,da es thauet, und alle Canäle der Colonie mit Wasser erfüllt werden.

Gefährliche Auf dem Wege vom Rehrumbcrge nach der Kirche steht man linker Hand einenWege. Weg nach Gtellenbosch , den sie wegen der vielfältigen Gefährlichkeiten, die man auf ihmantrifft, Bange Huck oder Voll Furcht nennen. Er ist oft wegen der wilden Thiere unsicher,tief, enge, und steinigt, und fahret auf Abstürze an Wassergraben; die Pferde, die beyNacht die Löwen und Tyger riechen, sind oft mit ihren Reutern hinunter gesprungen, daßbeyde. umgekommen sind.

Schöne Gü- So gefährlich und beschwerlich dieser Weg auch ist, so liegen doch verschiedene schöneter. Güter auf und an demselben. Unter andern befindet sich da ein Landhaus, dem, wie der

Verfasser glaubet, keines in Africa an Schönheit und kluger Einrichtung gleicht. Esgehöret dem Herrn Mulder, Lieutenant oder Landdrost der stellenboschischen und drakenstei-nischen Colonie, einem sehr tugendhaften und vollkommenen Herrn.

Silbergrube. Vor einiger Zeit entdeckte man auf diesem Wege eine Silber- und Kupfergrube. Eswurden Stuffen, die viel versprachen, so gleich an die Directoren gesandt, bisher aber hatmall noch nicht für gut befunden, zu befehlen, daß sie sollten gebaut werden.

Simsnsthal. Nordwärts von hier liegt Simonsrhal , welches Herr Blaflus, independenter Fi-scal am Vorgebirge, dem Herrn Simon van der Scel zu Ehren so genennt hat, deres ihm, als Statthalter ertheilet hat. Blaflus theilte es in Kornfelder, Weinberge undGärten, und machte bald ein vortreffliches Landgut daraus, auf dem er ein schönes Hausaufrichtete, und eine Mühle und ein Weinhauö bauote. Als aber die Gesellschaft im Jahre1707 zum Vortheile ihrer Bürger verordnete, daß niemand von ihren Bedienten am Vor-gebirge mit Korne, Weine oder Viehe handeln sollte, so verkaufte er sein Gut einem seinerBedienten für vier und zwanzig tausend Gulden, jährlich zwey tausend zu zahlen.

Unweit Simonsthal befindet sich ein Berg, der seiner Höhe wegen der babylonischeThurm heißt, und viel schöne Güter hat ^).

Küche. Die vorerwähnte Kirche steht über vierzehn deutsche Meilen Nordost von der Cape-

stadt. Sie ist so elend gebaut, daß man sie für eine Scheune ansehen würde, mit Schilfebedeckt, und die Mauer nicht über vier Fuß hoch. Inwendig sieht man nichts, als diebloßen Mauern und Rohr, einige Bänke, und ein elendes Pult und Kanzel §).

Auf

«) Äslbe im I Bande auf der ;z u. f. Seite. Ebenderselbe auf der 49 u. f. Seite.