Band 
Fünfter Band.
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1Z8 Beschreibung der Lander vom Vergeb, der guten Hoffnung

171z Die Honigberge haben ihren Namen von der großen Menge Honig, welchen die Bie-

R.olbe. nen in ihren Klüften machen. Sie sind etwan eine Tagereise von den Vierundzwanzig-^^— stuften. Bey der Sonnenhitze schmelzet der Honig sammt dem Wachse, und lauft in Menge^omgverge. Gunter, aber die Hottentoten muffen ihn zu erlangen, große und gefährliche Höhen hinaufklettern. Sie thun ihn in Säcke aus Fellen, mit der haarichten «Seite einwärts, und ver-kaufen ihn solchergestalt den Europäern für ein wenig Toback, Brandtewein, oder Kleinig-keiten von Glas oder Metall.

tzs wohnen Es wohnen nur wenig Weiße, und nur solche, welche Vieh halten, auf und an diesenhier weuig. Bergen. Sie sitzen ebenfalls auf Erlaubniß, und dürfen das Feld nur wie die vorigen be-stellen ; da sie aber von dem hottentotischen Laster der Faulheit angesteckt sind, so bedienen siesich nicht einmal dieser Freyheit. Sie säen kein Korn, kaufen auch keines, und haben nichtsdem Brodte ähnliches. Sie essen Fleisch zu Fleische, das ist, ein Stück Rindfleisch oderSchöpsenfleisch, zu einem Stücke gedörrten Wildprät. Ihr Getränk ist nur Milch, Was-ser, und Honigbier /), und diese Nahrung ist ihnen so gesund, daß sie fast nichts vonKrankheiten wissen.

Piquetberge. Etwan eine Tagereise von den Honigbergen, und achte vom Vorgebirge, sind dieprquecberge, die ihren Namen, wie es scheint, daher haben, weil diejenigen, die sichzuerst dahin setzten, vom Morgen bis zum Abend an ihrem Fuße piquet spielten. Die weni-gen Europäer, die daselbst wohnen , halten bloß Vieh, und verkaufen solches am Vorge-birge , wie die Honigberger.

Die Hottentoten leben vollkommen freundschaftlich unter den Europäern, in diesen bey-den Quartieren. Vor einiger Zeit beunruhigte sie zwar das Gerüchte, die Hottentoten hättengedroht, sich ihres Viehes zu bemächtigen; allein fünfzig Soldaten, und hundert wohl bewaff-nete Bürger, die von dem Landdroste der ftellenbosthischen und dmkensteimschen Ca-lvinen hieher geschickt wurden, legten den Zwist bald bey ^).

2. Colonie waveren.

Colonle Waveren. Ihr Natne und ihre Gränzen. Warme Bäder. Der Verfasser kömmt durchRother Sandberg. Schwarzes Land. Wasser. Elephanten und Löwen in Gefahr.

Colonle Wa-Anlegung der Colonie waveren, oder des rvaverischm Quartiers, geschah im»rren- Jahre 1701, unter dem Statthalter Wilhelm vanderScel, und ward von ihm, zu

Ehren eines berühmten und reichen Geschlechtes, van waveren, in Amsterdam, mitdein er verwandt war, so genannt. Vormals hieß sie der rothe Sand, von einem Berge,welcher rothen Sand giebt, und sie von der drakensteinischen Pfianzstatt absondert. S'eliegt fünf und zwanzig oder dreyßig deutsche Meilen vom Vorgebirge, und ist die weitestePflanzstatt von dar nach Osten.

Als die neueste von den Colonien am Vorgebirge, hat sie noch keine gewisse Gränzenerhalten. Die Striche Landes, die gebaut werden, sind von bishieher noch unbenannten Ber-gen umgeben. Sie bevölkert sich so schnell, daß sie bald wird erfüllt seyn. Doch habensie hier die Länder nur auf sechsmonatliche Erlaubniß; daher sie solche nur als Viehweidenbrauchen, und die Häuser nicht besser, als Schäferhütten sind. Das meiste Vieh gehöret denBewohnern der Colonien, die bey sich nicht Weide genug haben.

Der

Unstreitig ein« Art Mekh. §) Lolbe II Band auf der 5L und folg. S.

Gränzen.