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Fünfter Band.
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176 Beschreibung der Lander vorn Vergeb, der guten Hoffnung

171z Dieß scheint alles zu seyn, was man wegen der hottentortischen Religion zusammenRelbe. bringen kann, und sie hangen an solcher unüberwindlich fest. Versuchet man mit ihnen' darüber zu streiten, so hören sie verdrießlich zu, oder brechen bald ab. Sie vermeiden, woli^'e Lartnä- möglich^ sich in Religionsgespräche einzulassen. Manche haben sich gestellt, als ob sie denckigreit. christlichen Glauben hatten, aber so bald das, was sie dazu antrieb, wegfiel, sind sie allezeitwieder zu ihrer alten Abgötterey gekehrt. Alle holländische Missionarien am Vorgebirge,haben nicht einen einzigen Bekehrten machen können.

Herr van der Stel, Statthalter am Cape, nahm ein Hottentottenkind und ließ sol-ches in der christlichen Religion und allen europäischen Sitten erziehen; es ward sauber hol-ländisch gekleidet, lernte verschiedene Sprachen und entdeckte Geschicklichkeiten, die viel ver-sprachen. Da es der Statthalter so beschaffen sah, sandte er es mit einem Generalcom-missario nach Indien, wo dieser Mensch in der Gesellschaft Geschäfften gebraucht ward, bis derCommissarius starb, da er nach dem Vorgebirge zurückkehrte. Wenig Tage darauf, nacheinem Besuche, bey seinen hottentottischen Verwandten, zog er die europäischen Kleider aus,Sie sind nicht und putzte sich mit einem Schaffelle. In diesem Aufzuge band er seine Kleider zusammen,zu ändern, und brachte solche dem Statthalter mit den Worten: lassen sie sich melden, mein Herr,daß ich mich von dieser Rleidung auf immer lossage; ich säge auch der christ-lichen Religion ab; ich will in der Religion, den Girren und Gebrauchen mei-ner vorfahren leben und sterben. bTur bitte ich st'e, das Degenqehenke unddas Halsband, das ich trage", mir zu lassen, welches ich ihnen zu Ehren tragenwill, und ich weis, daß sie mir solches nicht versagen werden. Ohne Antwort zuerwartn, eilte er fort, und ließ sich nie wieder am Vorgebirge sehen. Kurz, die Hotten-totten scheinen mit einer natürlichen Widerwärtigkeit gegen alle Religionen und Sitten,außer ihrer eigenen, gebohren zu seyn.

Wenn sie über einen strengen Strom setzen müssen, so besprengen sie sich erst mit demWasser, und schmieren alsdann ein wenig von dem Schlamme sehr ernsthaft auf die Stirn,wobey sie etliche Worte Hermurmeln. Fraget man sie um die Ursache, so ist die gewöhn-liche Antwort: sehet ihr nicht, wie strenge und gefährlich der Grrom ist. Dieser' Aberglaube scheint Rolben aus ihrer Religion zu entspringen F).

Ihr Suri, Ihr Priester, oder geistlicher Ceremonienmeister, heißt Guri, das ist, Meister. Erober Prie- wird erwählt, und sein Amt ist nicht, Gebethe vorzulesen, oder das Volk in Sachen, welchedie Religion betreffen, zu unterrichten; denn von solchen Dingen haben die Hottentottenkeinen Begriff. Er hat nichts zu thun, als ihre Opfer zu veranstalten, ihre Ceremonienanzuordnen, ihre Heirathen und Leichenbegängnisse zu besorgen, und ihre Knaben zu verschnei-den. Dieserwegen wird er als der vierte oder letzte Beamte im Rraal angesehen, hat aberfür seine Mühe keine Einkünfte, als daß er zu ihren Festen eingeladen, und manchmal miteinem Kalbe oder Lamme beschenkt wird ^).

2.

F) Rolbe im II Bande auf der lo; n. f. Seite. L) Ebenderselbe auf der sr Seite.