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bis nach Capo Guarda §uy. XHI Buch I V Cap.
2. Ihre Regierung, Staats-- und Rriegs--Geschäffce.
Der Konquer, oder das Oberhaupt in der Nation. Wenige Bewegungögründe zu solchen. SieHauptmann eines Kraals. Nationalversamm- dauern nicht lange- Verschiedene Arten zulungen. Gerechtigkeit in bürgerlichen und pein- fechten. Ihre Waffen, Bogen und Pfeile. Ihrlichen Sachen. Art zu verfahren. Erbschaftö- Hassagaye oder halbe Pike. Kirn und Rak-recht. Kriege. Sie sind ohne Kriegszucht, kninstöcke. Uebungsgefechte.
Ätolbe,
t<>ie Hottentotten sind nicht ganz ohne Regiment und Ausübung der Gerechtigkeit. Eine Konquer oder
jede Nation hat ein Haupt, Namens Ronquer, das sie im Kriege anführet, Frie- Oberhaupt.denShandlungen pfleget, und in ihren öffentlichen Zusammenkünften den Dorsch hat, da dieHauptleute in einem Kreise rings um ihn herumsitzen. Vormals unterschieden sich dieseOberhäupter durch die Pracht ihrer Kleidung: setz» aber geschieht es durch eine metalleneKrone. Die Holländer haben diese Ehrenbezeugung den Nationen, die mit ihnen imBündnisse stehen, erwiesen, und sie tragen solche bey vorerwähnten Gelegenheiten. IhrAmt ist erblich, aber von der königlichen Würde weit unterschieden. Denn wenn die öffent-lichen Geschäffte beygelegt sind: so hat er weiter keine Gewalt, als seinen eigenen Flecken zuregieren. Es wird ihm nichts zu Unterhaltung seines Ansehens gegeben, und er erhält keinebesondern Ehrenbezeugungen. Bey Antretung seiner Ehrenstelle muß er versprechen, daßer nichts wider die Vorrechte der Hauptleute der Rraale unternehmen, noch die Freyheitendes Volkes schwächen will. Darauf wird ein fetter Ochse mit einem Paar Schafen ge-schlachtet , und er wird mit großer Feyerlichkeit eingesetzt. Die Weiber warten auf; sie be-kommen aber nichts, als die Brühe. Den Tag darauf machet seineGemahlinn ein Fest fürdie Weiber, da die Männer wieder aufwarten, und ebenfalls nicht besser bewirthet werden.
Der nächste Beamte von Wichtigkeit bey den Hottentotten ist der Hauptmann eines HauptmannRraals oder Fleckens, der in seinem Bezirke Friede halten und Gerechtigkeit beobachten einesKraals.muß. Diese Stelle ist erblich; es muß aber bey ihrer Annehmung ebenfalls versprochen wer-den, nichts in den alten Gesehen und Gewohnheiten des Rraals zu verändern. Der Haupt-.
Mann führet bey Kriegszeiten die Leute aus feinem eigenen Flecken an, ob er wohl unter demRonquer steht,und wird ungefähr mit eben den Umständen, wie dieser, eingesetzt. Mit Bey-stande der Männer aus seinem Rraal höret und entscheidet er alle Stetigkeiten über Rechtund Eigenthum,untersuchet und bestrafet Diebstahl, Mord, Ehebruch und andere Verbrechen,die in seiner Gerichtsbarkeit begangen werden; Staatsverbrechen aber untersuchet der Ron--quer mit der Hauptleute Beystande. Diese Beamten unterscheiden sich durch feine Tyger- oderwilde Katzenhäute, auch durch einen Stock mit einem metallenen Knopfe, womit die Holländersie beschenkt haben, und können als der hottentottische Adel angesehen werden. Eine jede Nationwird von ihnen und den versammelten Häuptern regiert; sie haben aber weder Besoldungnoch Sporteln. In diesen Versammlungen werden alle Angelegenheiten der Nation durchdie Menge der Stimmen entschieden. Das Oberhaupt sammelt sie, und hat den Vorsitz.
Die Hottentotten gehen selten auf die Jagd, oder auf eine wichtige Unternehmung Nakionalv«-aus, ohne diese Hauptleute zu befragen; gleichwohl entstehen manchmal Unordnungen, die sammlungen.sie zu dämpfen nicht vermögend sind; da alsdann die Leute einander bey den Köpfen kriegen,und seiner ungeachtet sich mit einander schlagen. Sein Ansehen zu erhalten, stellet er sichbey solchen Gelegenheiten, als ob er nicht hörte, noch sähe, was vorgeht, wenn es nicht zuAllgem. Reisebeschr. V Band. Z Mord,