Band 
Fünfter Band.
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-88 Beschreibung der Lander vom Vergeb, der guten Hoffnung

171z Alle Versuche aber mit dem Hafer sind fehlgeschlagen. Die Heftigkeit der SüdostwindeRolbe. zerstreuet ihn entweder, ehe er zur Reife kömmt, oder er verwandelt sich von der Natur*—^' des Bodens in wilden Hafer. Ihr Korn leidet auch vieles von den Elephanten, Hirschenund andern wilden Thieren, auch manche Jahre vom Mehlthaue; die reichen Erndten aberersetzen ^hnen diesen Verlust.

Wirthschaft Das Pflügen am Vorgebirge ist eine sehr schwere Arbeit; weil der fette und harte Bo-derEuropäer. den bisweilen im Sommer zwanzig Ochsen erfordert, einen Pflug zu ziehen. Ihre Pflüg«sind von den unsrigen in Europa unterschieden. Sie haben zwey Räder, aufjeder Seite eines,von ungleichen Durchmeflern; das an der Seite bey der Furche ist merklich größer, als dasgegenüberstehende. Die Pfiugscharre ist in zwey Stücken zerspalten; eine Seite ist starkauswärts gebogen, und die andere gerade vorwärts gerichtet. Sie nennen dieß eine halbePflugscharre, und unsere, eine ganze. Wenn sie sich der letztem bedienen, so haben siekein Eisen.

Säezeik. Ihre Saezeit fängt im Heumonate an, und ihre Erndte ist um das Ende des Christ-

monats am stärksten. Sie säen ihr Korn sehr dünne, daß es sich beym Auswachsen nichtselbst hinderlich fallen soll. Sie dreschen selbiges nicht, sondern treten es mit Pferden oderOchsen auf einem Estriche aus, das von Kuhmiste, mit Master vermengt, gemacht ist, woein Paar Stücken Vieh in einem Tage mehr thun, als ein Dutzend Leute in vier oder fünfTagen. Die Gesellschaft bekömmt von allem Korne, das am Vorgebirge wachst, denZehenden, und kaufet den Rest von den Eigenthümern um einen gesetzten Preis s).

Weinberge. Weinstöcke wurden nach dem Vorgebirge aus persten und vom Rheme gebracht.

Es währte einige Zeit, ehe sie eine zulängliche Menge zu Weinbergen aufziehen konnten;jetzo aber bringt das Land um das Vorgebirge herum Wein in Menge, weil kaum eineHütte ohne einen Weinberg ist. Sie pflanzen ihre Stöcke reihenweise, und lasten solchenicht über drey Fuß hoch wachsen, damit die Südostwinde ihre Trauben nicht zerstören,die auch von den Heuschrecken und dem Zuckerwurme leiden. Ihre Weinstöcke tragen imdritten Jahre mehr, als unsere europäischen im fünften. Die Weinlese geht im HornungCapeweine, an, und dauert den ganzen März durch. Der Capewein ist süß und stark; er wird abermit der Zeit gelinder, bis er annehmlich und so gut, als der beste Canarienwein oder Hock,wird; aus Mangel der Fässer aber können sie keinen Vorrath von solchem behalten. Sieverkaufen das Faß am Vorgebirge vor acht bis zehn Kronen H: in Indien aber ist er inhohem Preise.

Gärten. Die Gärten am Vorgebirge bringen die meisten europäischen Pflanzen hervor, und

sie werden dort größer. Das Haupt von einer Capekohlpflanze wiegt dreyßig bis vierzigPfund, und ein poraco sechs bis zehn Pfund. Ihre Melonen sind vortrefflich. Aleeuropäische Obstbäume, als Aepfel-, Birn-, Quitten-, Pfirsichen- und Apricosenbaume, kom-men hier, nach der gewöhnlichen Fortpflanzungsart, mit Kernen oder Wurzeln, wohl fort.In der Gesellschaft schönem Garten bey Capestadt, übertreffen der japanische Apfel, dieOrange, die Limonie, die Citrone, die Mandel, der Granatapfel-und Feigenbaum, mit

vielen

") Rolbens Reise im II Bande auf der 266 er nie recht reif würde. Er saget, im Zahre ,69!und folgenden Seite. hätte das englische Quart zwanzig Sous ober etwa

6) -Leguat verachtet den Capewein, als wenn zehn Penee gegolten.