198 Beschreibung der Lander vorn Vorgeb. der guten Hoffnung
! 71z in Obmnacht fallen. Indessen machet sich die Stinkbüchse fort, und wenn ihr VerfolgerRolbe. ihr das zweytem«! in den Weg kömmt, giebt sie ihm die zweyte Dosin und so ferner, bis
'-^' sie ihn verdrießlich machet, oder aus dem Felde räuchert. Man kann sie auch todt, wegen
des erschrecklichen Gestanks, mit dem das Aas anstecket, nicht anrühren äH,
Der m Abschnitt.
Kriechende Thiere, Ungeziefer, Vögel und Flügelwerk.
i. kriechende Thiere.
Die Natter. Pfeilschlange. Daumschlange. Seit- Presterschlange. Haarschlange. Schlangen«same Beschaffenheit ihres Fettes. Dipsas ober steine. Cerastes oder Hornschlange.
Die Natter. giebt mancherley Arten von Schlangen am Vorgebirge, als die Natter, die aschfar-^ ben, roth und gelb gesprenkelt ist, einen breiten Kopf und Nacken hat. An jedem Au-ge, die stach sind und tief im Kopfe liegen, ist ein fleischichtes Gewächse, so groß als eineHaselnuß. Manche sind etliche Ellen lang.
Pfeilschlange. Die Augen- oder Schießschlange, heißt so, wegen häufiger weißen Flecken auf ihrer schwar-
zen Haut,wie Augen,und weil sie sich selbst sehr schnell aufden Feind los oder von ihm wegschießt.Baum- Die Baumschlange gleichet den Baumästen, um welche sie sich windet, nur daß sie
schlänge. etwas gefleckt ist. Sie ist etwa zwo Ellen lang und dreyvierthel Zoll dicke. Ihr Fett hat
Deren seltsa, hje erstaunliche Eigenschaft, daß es, mit Unschlitte zu Lichtern vermenget, das Zimmer voll
"^en- Schlangen darstellet.
' Die Blindschleiche ist eine Schlange mit schwarzen Schuppen, braun, roth und
weiß gefleckt «). Ihr Biß ist nicht sehr giftig.
Dipsas oder Die Dipsas oder Durstschlange (die auch der prester oder die Entzündende heißt,)Prester. ist etwa dreyvierthel Ellen lang, mit schwarzem Rücken, breitem Halse, und in ihrem Angriffesehr hurtig. Ihr Biß ist sehr gefährlich, und verursachet einen quälenden Durst. EinKerl ward am Vorgebirge von einer in das dicke Bein gebissen, und band alsobald sein Knie-band fest um das Knie, den Lauf des Giftes aufwärts zu hemmen, worauf er zu einesSchmidts Haus gierig, solchem sein Unglück erzählte, und zu trinken forderte. Der Schmidtmeldete ihm, er müsse nicht trinken, sondern sich den Fuß, der sehr geschwollen war, öffnen
lassen. Wie solches geschah, gieng eine große Menge wäßrichter gelber Feuchtigkeit her-
aus. Der Schmidt band alsdann ein dienliches Pflaster darauf, und rieth ihm, sich eineVierthelstunde vom Trinken zu enthalten. Er that dieses, und während dieser Zeit haktesein Durst merklich nachgelassen, und sich Feuchtigkeit gesammelt; der Schmidt ließ solche,mit Abnehmung des Pflasters weglaufen, reinigte die Wunde, und legte das Pflaster wiederauf. Er nahm auch die Bande über dem Knie weg,und sein Kranker ward in kurzer Zeit geheilt.
Haarschlange. Man findet gleichfalls die Haarschlangen am Vorgebirge 5). Die Portugiesen heißensie von ihren gelben Haaren, Cobras de Tapello. Sie ist etwa eine Elle lang und drey-vierthel
-D Rolbe im l Bande auf der izz Seite. c) Manche sagen, er werde aus dem wirklichen
а) Siehe das Kupfer. Schlangensteine, einem Theile von der Schlangen
б) Rolbe tödteke viele, konnte aber den Stein, Kop e, Zähnen, Herze und Leber, mit heilsamer wei-der in ihren Köpfen seyn soll, nicht finden. ßen Erde oder Schlangenholje vermenget, gemacht,
und