Band 
Fünfter Band.
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261
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XlV Buch I Capitel.

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ren gemacht sind, und setzen den Vogel draußen hm, welcher bey Erblrckung eines Fischesniederschießt, und ihm unterm Wasser nachschwimmt. So bald er seinen Raub erhäschthat, kömmt er herauf, und die Fischer nehmen ihm solchen ab und schicken ihn von neuemauö, mehr zu suchen.

Damit er aber den Raub nicht hinterschlinge, so legen sie ihm einen eisernen Ring umden Hals. Ist der Fisch für ihn zu groß, daß er ihn nicht herauf bringen kann, so macheter ein Geräusch im Wasser, damit ihm der Schiffer zu Hülfe komme. Wenn sie für ihreEigenthümer genug gefischt haben: so wird ihnen der Ring abgenommen, und sie haben Er-laubniß, nun für sich selbst zu fischen. Im Falle sie keine Lust haben, unter zu tauchen,so werden sie durch Schläge dazu gebracht. Die Fischer bezahlen dem Kaiser für den Ge-brauch dieser Vogel, welche bey den Chinesen sehr viel gelten, eine jährliche Steuer. Ei-ner von denen, die wohl abgerichtet sind, wird oftmals für fünfzig Tael Silber verkauft,welches auf hundert und fünfzig Gülden beträgt. Die Holländer wollten ein Paar von ei-nem alten Fischer kaufen, von dem sie einige Karpen bekamen: er wollte sie ihnen aber nichtverkaufen, weil sie zur Unterhaltung seiner Familie dienten. Er konnte ihnen nicht sagen,woher diese Vögel kämen, oder wie sie abgerichtet würden, und meldete ihnen nur, daß sieihm von seinem Vorfahren gelassen worden, und sehr selten brüteten.

Alle öffentliche Wirthshäuser und Gasthöfe haben ihre Fiedler und Comödianten,die Gäste bey Tische zu belustigen. Die Lebensmittel sind in diesen Gegenden sehr wohlfeil.Die Holländer bezahlten nur zween Schillinge der Mann für ihre Mahlzeit, welche ausverschiedenen Schüsseln bestund.

Den folgenden Tag verließen sie Gi ning, und gierigen, nachdem sie wenige Stun-den gesegelt, bey dem Dorfe waig vorbey, wo sich der kaiserliche Graben mit demFlusse Auen vereiniget. Die Tartarn und Chinesen erzählten den Holländern seltsame Dingevon diesem Flusse. Unter andern, wenn man neun Stücke oder Hölzchen hinein würfe:so würden sechse gegen Süden und dreye gegen Norden treiben, welches die Holländer ver-suchten, und wahr befunden; es konnte aber keiner die Ursache davon angeben.

Den iyten kamen sie nach Gchan rsiri, einer kleinen Stadt, ungefähr dreyßig Meilenvon Si ning, und unter Neng cherv gehörig. Sie wird von dem königlichen Graben inzween Theile getheilet, und an jedem Ende durch ein starkes Castell vertheidigt. Sie istviereckigt, wohl gebaut und mit hohen Mauern umgeben, die mit starken Bollwerken befe-stiget sind. Hier sahen sie die Ruinen von einigen großen Gebäuden, die von den Tartarnzerstöhret worden. Das umliegende Land wird oftmals von dem gelben Flusse überschweytt,welcher zuweilen ganze Städte und Dörfer unter Wasser setzet und wegführet /).

Den folgenden Morgen grenzen sie weiter und bey vielen schönen Dörfern und Korn-feldern vorbey, und durch einige starke Schleusen.

Unweit Schan tsui steht einer von den berühmtesten Tempeln in ganz China, Na-mens Tey war» myau. Er ist von grauen Steinen sehr hoch und stark gebauet und herr-lich gezieret. Die Spitze ist mit gelben glasurten Ziegeln bedecket, und die Mauern sindmit eben der Farbe gemalt; so daß er, wenn die Sonne scheint, wie Gold glänzet.

Kk 3 Den

1656

Neuhof.

Art „.Weiftdesselben.

Oeffentliche

Gasthöse.

Seltsame

Sache.

Schon tsuihyen.

Schönes

Land

und Tempel.

e) In den Karten: äVep.

«/) Beym Carpentier und Ogilby: Iax hinno.

e) Bey eben den Schriftstellern: Linningsm./) i^euhof in Ggilbps China a. d. 8z> u. f. S.