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Fünfter Band.
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Reisen nach dem Reiche China.

,6-6 Den aasten des Brachmoriats kamen sie nach Tong chang .§), der dritten Haupt-rrenhof. stadt von Schan tong. Ihre Gestalt ist viereckige und die Mauern mit Bollwerken befe-

'---' stjget. Die Straßen sind breit und wohl gebaut. Mitten in der Statt steht ein hohes

Tong chang zierliches Gebäude, mit vier prächtigen Bogen. Es ist mit starken Mauern und Thür-' men umgeben, in welchen verschiedene Gatter sind. Die Stadt ist mit einem breiten Wasser

umstoßen, über welches an der Nordseite eine Brücke geht, hundert und sieben und dreyßigFuß lang. An der Südseite sind stattliche Vorstädte, welche wegen der Anzahl ihrer Ein-wohner, schönen Gebäude und starken Handlung für eine andere Stadt können gehaltenwerden. Gegen Osten zeigte man ihnen ein sehr großes eisernes Grabmaal, welches vor sie-benhundert Jahren einem großen Herrn zu Ehren aufgerichtet worden, der sein Leben nnKriege zur Vertheidigung seines Vaterlandes verlohren.

Erdreich. Das Land rund um Tong chang ist sehr niedrig und flach, aber überaus fruchtbar.

Eö bringt auch kein Theil von China so viel Seide hervor, als dieser, und die Einwohnerleben meiftentheils davon.

Stein in den Man findet hier zuweilen in dem Magen der Kühe einen Stein, tJyew whang t>),Kühen. das ist, Ruhgelbe, von seiner Farbe also genannt. Er ist ungefähr von der Größe einesGänseeyS, von einem weichen kalkichcen Wesen, und wird von einigen für den Bezoarsteiqgehalten. Man halt ihn für ein allgemeines Hülfsmittel bey Ohnmachten.

Li>, tsin Den folgenden Morgen giengen sie unter Segel und fuhren über den See Nan

chew. yang, welcher einen Ueberstuß an Fischen hat, und kamen den Abend nach der Stadt Ansing r), ungefähr dreyßig Meilen von Ton chang, und an beyden Seiten des kaiserli-chen Grabens gelegen; welcher an dem Ende derselben in den Fluß Guey k) geht, welcherdie Provinz Schan rong von der Provinz Peking absondert.

Sie waren nicht so bald bey dieser Stadt angekomen, als sich der Statthalter am Strandesehen ließ, um sie zu bewillkommen und die Gesandten zu empfangen: doch zeigte er ihnen an,daß er sie nicht in seinem Hause aufnehmen könnte, weil sie noch nicht vor dem Kaiser erschie-nen waren; und aus eben der Ursache» weigerte er sich auch, ihre Geschenke anzunehmen.Beschreibung Ein sing übertrifft alle die andern achtzehn Städte, die unter Tong chang stehen,der Stadt, an Anzahl des Volks', Pracht der Gebäude, Vorrath an allen Dingen, und an Stärkedes Handels. Sie giebt auch keiner niedrigen Stadt in dem ganzen Reiche etwas nach.Dicht bey der Stadt stehen zwey große und starke Castellc, auf jeder Seite des kaiserlichenGraben eines, und gegen einander über: so daß kein Fahrzeug ohne Bezahlung des Zollesdurchkommen kann. Zwischen Schan csut und dieser Stadt sind acht und fünfzig Schleu-sen. Gerade vor der Stadt sind zwo starke, um das obere Wasser aus dem Flusse (flut?zurück zu halten, welches zuweilen zwey oder drey Fuß höher ist, als das in dem Graben.An der Nordseite der Stadt liegt eine hölzerne Brücke von neun Bogen, mit einer Zugbrü-cke in der Mitre, die Barken durchzutasten.

Ltn fing liegt auf einem flachen, sandigen Boden, ist sehr groß, und mit einer Mauervon Lehme umgeben, die mir einer steinernen Brustwehr versehen ist. Sie hat einen Ueber-

fluß an allerhand Arten von Früchten, und unter andern an wohlgeschmackcen Birnen.

Außer-

F) So heißt sie in den Karten der Jesuiten; r) In den Karten der Jesuiten; Lin tsin cliew.beym Ogilby und Thevenor aber; Tun ckiam. In den Karren: Xvey bo.

s>) Beym Sgilby - Liren boang; beym Car- /) Nach -er Jesuiten Zeichnung läuft er noro»vemier richtiger: Nie» hoang. ostwärts.

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