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Fünfter Band.
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265
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XlV Buch I Capitel. 265

Den folgenden Tag fuhren sie bey Sing ko rsyen , einer andern Stadt vom drit- 1656teil Range, unter Ho kyen vorbey, ungefähr acht Meilen von Ging ki csyen. Sie ist tteuhof.weder groß, noch volkreich, noch sonderlich nahrhaft; aber sehr stark, und hat verschiedene"Sinaks^Bollwerke und Wachthürme zu ihrer Vertheidigung; und ob sie gleich mit einigen feinen Ge- ^yen.bänden gezieret ist: so sind doch die meisten von ihren Häusern nur schlecht und klein.

Ihre größte Zierde sind die Tempel: doch übertrifft einer, welcher außerhalb den Mau- Schönerren steht, die übrigen alle, und zeiget von der wundersamen Baukunst der Chinesen in den Tempel,vorigen Zeiten. Er besteht aus dreyen Stockwerken, die auf einem steinernen F.uße stehen,da man, vermittelst einer Treppe, hinaufsteigt. Das erste Stockwerk ist mit großen Pfor-ten geziert, und jede Ecke des Dachs wird von kostbaren Säulen getragen. Das zweyteund dritte Stockwerk haben prächtige Fenster und große Pfeiler, wie das erste. Von außenist das ganze Gebäude mit Laub- und Bilderwerke geschmückt, und an jeder Ecke hängen kleineKlocken. Inwendig aber ist dieser Götzentempel eben nicht so schön.

Die Götzendiener scheinen hier nicht so andächtig zu seyn, als die an andern Orten;denn ihre Götzenbilder werden an einigen Orten ganz nackend und bloß gelassen, an andernsind sie nur mit Matten bedeckt, und haben Strohhüte auf, um sie vor dem Wetteretwas zu beschützen.

An eben dem Tage giengen sie bey Sing ye H, einer Stadt vom dritten Range unter Sing ye.Ho kyen, vorbey. Sie liegt zur Linken des Flusses zwanzig Meilen von Ging ko undhat sehr schöne Vorstädte. An der Westseite des Orts steht ein großer und hoher Tempel,der mit einer Mauer umgeben ist, und auch einen sehr artigen Garten hat. Weil es einNonnenkloster war, so konnten die Holländer nicht die Erlaubniß erhalten, solchen zu bese-hen; denn keine Mannsperson hat diese Freyheit. An der Ostseite daselbst steht ein andererprächtiger Tempel, außer dreyen künstlichen Spitzsäulen oder Pyramiden, weiche einemgroßen Befehlshaber zu Ehren von der Stadt aufgerichtet sind. Er liegt wegen seiner demLande geleisteten treuen Dienste darunter begraben.

Gegen Abend wurde das Volk haufenweise versammelt, um das Land wider die Heu- Schwärmeschrecken zu vertheidigen, welche solches jährlich um diese Zeit besuchen. Sie werden von von Heu-einem Ostwinde in solchen starken Schwärmen herbeygebracht, daß sie in wenig Stunden schrecken,alles, was vor ihnen ist, auffressen, wenn sie einmal niederfallen. Um diesem vorzubeu-gen , gehen die Einwohner hin und wieder, mit ihren fliegenden Fahnen durch die Felder,wobey sie die ganze Zeit über schreyen und lärmen. Sie verlassen dieses Ungeziefer auch nichteher, als bis sie solches in die See oder in einen Fluß getrieben, wo es niederfällt und er-säuft. Es geschah, daß eine von diesen gejagten Schaaren auf die Fahrzeuge, welche dieGesandten führten, niederfiel :>nd sie ganz bedeckte. Allein sie entledigten sich desselben Halbund warfen diese ungebethenen Gäste ins Wasser »).

An ekelt dem Tage kanten sie nach der Seestadt Tyen tsing wey ^).

Der

H Beym Thevenot; Ging lep been. er) Dieser Ort ist über vierzig englische Meile»

»H Neuhof in Vgilb^s China auf der 99 und von der See. Die in diesem Tagebuche erwähntenfolgenden Seite. Oerter zwischen Ton guan hpen und Tven tsing

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