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XIV Buch I Capitel. 27z
Diese gnädige Antwort des Kaisers machte den Gesandten gute Hoffnung. Des Kanz- i 6;6lers vornehmster Secretär aber that alles, was er konnte, sie abzurathen, weiter um etwas Neuhof.anzuhalten, und sagte: „ Sie müßten zufrieden seyn, daß man sie fürs erste als Freunde' ^ '
„annähme; und da sie vorher noch niemals hier gewesen, so würden sie alles verderben, wenn„ sie schon eine freye Handlung forderten „. Dem ungeachtet aber hielten es die Gesandtendoch nicht für rathsam, seinem Rathe zu folgen, indem die Zeit herbey kam, da sich derKaiser in seinen neuen Pallast begeben wollte.
Bevor sie aber daselbst Gehör haben konnten , mußten sie erst in dem alten Pallaste, Gewohnheit,wo Seiner Majestät Schatz und Siegel war, ihre Ehrerbiethung ablegen; denn sonst wär- kailerli-ven sie ungehöret haben wieder wegziehen müssen, wie solches dem moscowktischen Gesandten , ^ Thr°»begegnete, welcher diese Ceremonie nicht verrichten wollte, weil er dafür hielt, daß solches ' ^ '
der Würde seines Herrn etwas benähme. Alle Große des Königreichs müssen diesem Thronevorher Ehrerbiethung erweisen, ehe sie vor Seiner Majestät erscheinen; ja der Kaiser selbstmuß sich vorher, ehe er eingesetzt wird, vor demselben beugen. Die Ursache, die sie davonanführen, ist, weil der Thron älter ist, als der Kaiser, und diese Ehrerbiethung verdienet.
Diese Ceremonie wird gemeiniglich drey Tage vorher von den Gesandten verrichtet, ehe siezum Gehöre kommen.
Den 22sten August kamen die Agenten der Unterkömge von Kanton, mit dem Man-darin pinxencon und andern, sehr frühe des Morgens zu der Wohnung der Holländer,und nicht lange darnach erschienen auch drey chinesische Doctoren r), und einige vom Hofe,in sehr reicher Kleidung. Diese Personen führten die Gesandten und ihr Gefolge mit großerPracht in ein Zimmer des alten Pallastö, welches wie ein Büchersaal aussah; denn siewurden da nichts, als Gelehrte, und Leute in langen Röcken , mit Büchern in den Händen,gewahr. Von hier wurden sie, nach einem kurzen Aufenthalte, in einen freyen offenen Hofgeführet, welcher eine hohe Mauer hatte. Daselbst befahl ihnen ein Herold, dreymal nieder-zuknien, und ihr Haupt zur Erde zu »eigen. Nach einem kurzen Verzüge rief der Heroldin chinesischer Sprache folgende Worte aus: Ra schan, das ist: Gott hat den Kaiser ge-sandt ; Due e, kniet nieder; Ran ro, neiget das Haupt; Re e, stehet auf. Dieseswiederholte er dreymal, und zuletzt rief er: Ro e, das ist: gehet an die Seit. DieseCeremonien geschahen in Gegenwart von hundert Doctoren wenigstens, worauf die Hollän-der wieder nach ihrer Wohnung zurück grenzen.
Den 2zsten August sollten sie Gehör haben. Es wurde aber solches durch den plötzli- Des Kaiserschen Tod des jüngsten Bruders des Kaisers verhindert, welcher im sechzehnten Jahre seines BruderAlters H, nicht ohneVerdacht, daß ihm von einigen Reichsräthen Gift beygebracht worden §"bt.starb. Es schien, daß sie ihm des Lebens nicht würdig geschäßet, weil er, einige Tage vorihrer Ankunft, einige ungebührliche Worte wider Seine Majestät ausgestoßen. Einige aberleiteten seinen Tod daher, daß er ein Glas Eiswasser getrunken, da er sehr erhitzt gewesenwelches ihn in wenig Stunden hingerissen. Der Kaiser schien seinen Tod sehr zu beklagen;denn er wollte in dreyen Tagen niemanden vor sich lassen. Dieser junge Prinz blieb einen gan-zen Monat lang unbegraben, welches die Audienz so lange aufschob.
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Diese waren die Ro lau, oder vornehmsten 5) So haben es Larpentier und Thevenor.Staatsbedienteir. Ggilbp aber hak nur sechs Jahre.
Allgem. Reisebeschr. V Band. M m