Band 
Fünfter Band.
Seite
292
JPEG-Download
 

292 Reisen nach dem Reiche China.

1662 ret hatten. Bald darauf kamen drey Negern, welche von den Portugiesen zu Ma kauMonranus. entlaufen, und ißo unter der tartarischen Reuterey waren, und gaben den Holländern lose

'-^-'Worte. Als sich solche aber bey dem Unterkönige und dem Feldherrn deßwegen beschwerten,

wurden sie sogleich eingezogen, und in der Abgeordneten Gegenwart ernstlich bestrafet.

Geschenke an Den 8ten, nachdem sie zweene Mandarinen abgeschickt, den Unterkönig zu ersuchen,den Unter- haß sie wieder nach Hok syew zurück kehren möchten, schickte er ihnen fünfzehn Pferdekönig, mit reichemZeuge, sie ins Lager zu bringen. Sie nahmen einige kleine Geschenke, vornehm-

lich Wein, Brandtewein, Waffen, und Trinkgläser, für den Untertänig, den FeldherrnHay taug konI, und Hou berhecok, mit sich, welche angenommen wurden; und dar-auf redeten sie von ihren Geschafften. Die Mandarinen versprachen ihnen ihre Freundschaft.Da sie aber in Erfahrung gebracht, daß der Oberbefehlshaber Dorr, aus dem Hafen vonHok syew in See gegangen: so sagten sie zu den Abgeordneten, er würde besser gethanhaben, wenn er da geblieben, wo er gewesen; denn er könnte nichts ausrichten, wenn erdie Küste hinführe, als welche ganz zerstöhrt wäre. Der Untertänig nahm Borts Abreiseum so viel mehr übel, weil er an ihn geschrieben, er möchte so lange da bleiben, bis er wie-der nach Hok syew käme, damit er seine Flotte sehen könnte. Es schien aber, als wennder Brief zu späte gekommen wäre c).

und von ihm. Nachdem der Unterkönig und der Feldherr die Abgeordneten und ihr Gefolge bewirthethatten: so beschenkten sie jeden mit zwey Stücken seidenem Zeuge, und einer runden silbernenPlatte, worauf ihre Namen und Titel, mit chinesischen Buchstaben, gestochen und vergol-det waren. Diese dienten ihnen zum Passe, womit sie durch das ganze Reich reisen, undfür Lau yas, oder Herren, erkannt werden konnten. Die Platte, welche dem VanCampen von dem Feldherrn gegeben wurde, wog über zwanzig Unzen, und hatte acht oderneun Zoll im Durchschnitte. Der Rand war von erhobenem Laubwerke, und vergoldet.Zum Zierrathe hatte sie eine Art von Handgriffe, an welchem der Rand gleichfalls vergoldetwar. Des Unterkönigs Platte wog nur sechs Unzen, und war nicht so schön vergoldet und

mit Laubwerke gezieret. Die Platten, welche ihren Begleitern gegeben wurden,noch dünner und leichter.

waren

Beschreibung Die Stadt Sink syew wird von einem Flusse getheilet, der in einem Gebirge, einevon Sink Seemeile hinter dem Forts Lan - tin, entspringt. Sie ist mit einer steinernen Mauer um-§)tw. geben, die so breit ist, daß Wagen und Pferde darauf gehen können; und auf welcher langePfähle stecken, die vorn mit einem Eisen, wie eine Sense, beschlagen sind, welche einenMenschen auf einmal mitten von einander schneiden können. Sie hat schöne mit Quader-steinen gepflasterte Straßen, große Tempel von blauem Steine, und prächtige Gebäude.

Sie verließen Sink syew, den Ren des Weinmonats, mit hundert Mann, ihr Ge-rüche zuführen, und fünfzig Reutern und Fußknechten, die ihnen von dem Unterkönige zurBegleitung mitgegeben waren; und den Abend erreichten sie den Flecken Chiir hoe. DenKleine Füße. yten kamen sie an ein starkes Fort, wo sie drey Frauen mit sehr kleinen Füßen sahen. Dereinen ihre waren mit den Schuhen nur sechs Zoll, der andern ihre nur stchstehalb, und derdritten ihre nur fünf Zoll lang.

Den

s) Montanas in Vgilbys China auf der Ll «/) Sie fanden ihn hier und zu Sink ffew,und folgenden Seite. melden aber nichts von seiner Hin - oder Herreise-