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Reisen nach dem Reiche China.
1664
Montanas.
Der Unter-konia beklagtsich überDorren.
Sachen noch nicht verrichtet hatten. Das Mahl bestund aus sechs und dreyßig Gangenund allen Arten von leckerhaften Speisen. '
Einige Tage nachher kamen die zu den kaiserlichen Abgeordneten gehörigen Mandari-nen zu dem holländischen Waarenhause, um den Preis ihrer Seide zu erhöhen, und sagtensie hakten unterwegens gehöret, daß die Holländer eine große Menge Seide kauften, undsolche nach Batavia schicken, welches wider^es Kaisers Befehl wäre, wegen ihrer neulicbenDienste aber ihnen nachgesehen würde: ihre Herren hätten daher auch Seide gekauft, umsie ihnen zu überlassen, und hofften, ße würden sich nicht weigern, solche von ihnen zu neh-men; denn es stünde sonst in ihrer Gewalt, den Unterkönig, Feldherrn und Stattbalter da-hin zu vermögen, daß er ihnen verböthe, ohne besondere Erlaubniß von dem Kaiser, nochmehr zu kaufen. Hierauf antwortete der Factor eben so, als er schon vorher bey dergleichenGelegenheit gethan hatte.
Den Losten giengen die Holländer hin, den Unterkönig zu bewillkommen, welcher vonseiner Eroberung von Tang swa, La rnrva, und andern kleinen Eylanden zurückgekehrtwar. Bey der Unterredung beklagte sich seine Hoheit sehr über des Seeobersten Bons
Ceremoniebey Eröff-nung
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plötzlichen Abreise, ohne ihm solches im geringsten anders, als durch einen Brief zu melden,welcher so spat gekommen, daß er nicht Zeit gehabt, darauf zu antworten. Er setzte hinzu,weil er sich mit dem Seeobersten nicht vergleichen können, so wünschte er, es möchte einanderer an seine Stelle kommen. Hogenhoek antwortete darauf, die Wahl käme bloßauf den König von Iakarra an.
Diese ganze Zeit über jpg des Kaisers Schreiben, wegen des Unterkömgs und Feld-herrn Abwesenheit, uneröffnet. Da sie aber nunmehr in die Stadt gekommen waren: soließ der erstere Hogenhoeken durch einen Mandarin den Listen des Abends melden , den fol-genden Morgen zu des Kaisers pwe rfyen rspe zu kommen. Als er dahin kam, fand ecden Feldherrn nebst dem Statthalter und den Mandarinen, welche auf den Unterkönigwarteten, der eine Stunde nachher ankam. Darauf erschienen des Kaisers Abgeordnete,mit dessen Schreiben und Geschenken, welche aus tausend Tael Silber, und sechzig StückenSeide und Brocade bestunden.
Das Schreiben war in eine gelbe Binde gewickelt, und lag in einem Gehäuse, weichetwie ein Tempel gemacht, reich vergoldet, und mit Figuren künstlich gezieret war. DiesesGehäuse wurde auf zweene lackirte 2) Stöcke gesetzet, welche von acht Mann in rother undgelber Liverey, auf den Schultern getragen wurden. Diesen folgten vier Personen, welchefünf oder sechs roth lackirte -r) mit Damaste bedeckte Tafeln trugen, worauf die Geschenkeöffentlich lagen, welche in Gelde, Golde, und Seide bestunden. Daraufkamen die Abge-ordneten zu Pferde, in Begleitung vieler Edelleute. Vor den letztem giengen auf zwanzigPersonen vorher, welche das Spiel rührten, und auf verschiedenen musikalischen Instrumen-ten spielten; so daß es eher ein Aufzug zu Begehung eines Triumphs, als zu Lesung einesBriefs zu seyn schien. Als der Brief also vorbey getragen wurde, so bezeugte Hogenhoek,nach des Feldherrn Verlangen, demselben, durch Beugung seines Haupres und leides, leineEhrerbiethung. Darauf folgten sie dem Zuge nach dem großen Saale, wo ihre Excellenzenbereits saßen, darauf aber aufstunden; und nachdem sie sich mit einander berathschlaget,wurde Hogenhoeken abermal befohlen, niederzuknien, und so lange so zu bleiben, als das
Schreiben
») Beym cvgilby: mit Wachse überzogen. a) Mit Wachse überzogen, wie eben der Schriftsteller
schreibt.
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